Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:13

von Christoph Dworak

Startschuss für neuen Stadtteil in Mödling. Gendarmeriezentralschule ist endgültig Geschichte: Politiker sprechen von einem „historischen Tag“.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner und Stadtrat Rainer Praschak freuen sich auf die Entwicklung des »neuen« Stadtteils im Neusiedler Viertel.  |  NOEN, Foto: Schlechta
Es ist vollbracht, die unendliche Geschichte hat ein Ende. Die Umwidmung für die letzte große Grundstücksreserve – etwa 45.000 m2 – in der Bezirkshauptstadt ist durch. Sie wurde am Freitag einstimmig im Gemeinderat verabschiedet.

Nein, man habe sich keinen Schnellschuss erlauben wollen, machte Stadtrat Rainer Praschak, Grüne, deutlich. Immerhin hätte es „an die 500 interessierte Bürgerinnen und Bürger gegeben, die die Diskussionsveranstaltungen besucht haben“, merkte Praschak an. Umso erfreulicher sei das nur sehr geringe kritische Echo gewesen: „Wir haben nur 14 Stellungnahmen zur Änderung des Flächenwidmungsplanes erhalten. Da sieht man, wie wichtig der Bürgerbeteiligungsprozess ist.“

Infrastruktur soll ausgebaut werden

Dort, wo bis Freitag „Gendarmeriezentralschule“ drauf gestanden ist, ist nunmehr Wohnbau in allen Facetten drinnen: vom geförderten Wohnbau über Reihenhäuser bis hin zu Stadtvillen wird im neuen Neusiedler Viertel alles vertreten sein. Insgesamt werden 250 Wohneinheiten realisiert werden, alles in allem kann man mit über 500 weiteren Mödlingerinnen und Mödlingern rechnen.

Deshalb wird die Stadt auch infrastrukturelle Maßnahmen treffen: „In der Quellenstraße gegenüber dem Wasserwerk werden wir einen ein- bis zweigruppigen Kindergarten schaffen. Die Stingl-Volksschule könnte um drei Klassen erweitert werden“, präzisierte Praschak.

x  |  NOEN, B&M-Architektur


Zudem gibt’s in der Technikerstraße einen Nahversorger und eine Art Gesundheitszentrum. Nicht zu vergessen auf einen knapp 1.500 m² großen öffentlichen Park im Bereich Quellenstraße/Grutschgasse.
Neuer Stadtteil, noch mehr Verkehr? Praschak gibt sich optimistisch: „Die Verkehrsexperten rechnen mit einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens um maximal 5 Prozent.“

Auch weitere Schritte mit Bürgerbeteiligung 

Mit dem rechtsgültigen Beschluss des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes kann nun die ARE Development GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft (=Grundstücksbesitzerin) mit den Detailplanungen der zukünftigen Bebauung beginnen.
Der Vertrag mit der Stadtgemeinde sichert zudem die Einbindung des Gestaltungsbeirats.

Die Abbrucharbeiten für die Baufeldfreimachung haben schon begonnen. Die stillgelegte Betriebstankstelle am „Francisco-Josephinum“-Areal ist bald Geschichte, ab Februar werden alle Gebäude entrümpelt. Sämtliche Abbrucharbeiten sollen bis Herbst erledigt sein, ergänzte ARE-Pressesprecher Ernst Eichinger auf NÖN-Anfrage.

Für Praschak ist die Bürgerbeteiligung mit dem Umwidmungsbeschluss aber nicht zu Ende: „Jetzt beginnen die Gespräche über die Abwicklung des Bauverkehrs. Natürlich im Einvernehmen mit den Bürgerinnen und Bürgern.“


Zum Thema

  • Das Bildungszentrum Traiskirchen wurde im Jahr 2002 von den Bediensteten der ehemaligen Gendarmeriezentralschule Mödling als eine von zehn Ausbildungsstätten des Innenministeriums in Betrieb genommen.
  • Seit diesem Zeitpunkt wurden Überlegungen angestellt, wie das etwa 4.500 m2 große Areal genützt werden kann.
  • Grundstücksbesitzerin ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die Verwertung ist Aufgabe der BIG-Tochter ARE, Widmungsbehörde ist die Stadtgemeinde Mödling.
  • Das Gebiet ist in sechs Zonen unterteilt. Es werden etwa 250 Wohneinheiten entstehen, das Neusiedler Viertel wird etwa 500 Einwohnerinnen und Einwohner mehr haben.
  • www.neusiedlerviertel.at