Erstellt am 13. Januar 2016, 05:58

von Karl Stiefel

Täglich 144.129 Pkw auf der A2 unterwegs. Meistbefahrener Autobahnabschnitt in ganz Niederösterreich, Feinstaub-Grenzwert wurde 18 Mal überschritten.

 |  NOEN, Symbolbild

Gleich zwei Negativ-Rekorde wurden laut der Studien des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf dem Südautobahn-Abschnitt Wiener Neudorf im Vorjahr gebrochen: Mit 144.129 Pkw-Fahrten (inklusive kleiner Transporter unter 3,5 Tonnen) pro Tag ist die Belastung um die Hälfte höher als im zweitplatzierten Abschnitt, der A4 Schwechat mit 86.348 gezählten Fahrten.

Damit einher geht auch die stärkste Feinstaubbelastung in NÖ. Wurde im Vorjahr an 18 Tagen der Grenzwert überschritten, waren es 2014 „nur“ 15 Tage.

„Wiener Neudorf leidet unter einer sehr großen Verkehrsbelastung. Auf der A2 sind auch die meisten Lkw in Niederösterreich unterwegs, zusätzlich fließt viel Verkehr auf der B17 durch Wiener Neudorf. Sowohl der Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen als auch eine Verringerung des Lkw-Verkehrs sind wichtig, um die Luftqualität zu verbessern“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Ein Drittel Reduktion durch Tempo 80

Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum, fühlt sich von den Studien in ihrem Streben nach Tempo 80 auf der Autobahn bestärkt. „Wir gehen dann von einer Reduktion der Feinstaubbelastung um ein Drittel aus. Unser Ziel ist es, dass der Grenzwert gar nicht mehr überschritten wird. Das ist schwierig, zumal wir oft eine windarme Wetterlage haben, wodurch die Luftverschmutzung sich konzentriert.“ Die Verkehrsbelastung selbst sieht sie als das wesentlich schwerer lösbare Problem: „Da bräuchte es eine Österreich- oder EU-weite Lösung.“

Bei den Gesprächen mit dem Verkehrsministerium und der ASFINAG sieht Kleissner drastische Schritte für möglich: „Wir brauchen Tempo 80 und wir werden, sollte es notwendig sein, auch unser Recht auf gesunde Luft und Ruhe einklagen. Seit 2010 laufen die Verhandlungen bisher, wir haben alle an uns gestellte Bedingungen erfüllt und es ist trotzdem noch nichts passiert. Ich schätze, das Ministerium hat bloß Angst; wenn wir den 80er kriegen, werden viele Gemeinden folgen.“

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