Erstellt am 22. April 2016, 05:24

von Christoph Dworak

Superstar aus Holz. Am 20. Juli fällt im Stadttheater der Vorhang zur Uraufführung von Pinocchio frei nach Carlo Collodi.

Kultur-Stadträtin Karin Wessely, Caroline Krall, Irene Derby, Norberto Bertassi, Helena Krall, Wendy Maurer-Menzel, Norbert Holoubek, »Pinocchio« Moritz Mausser, Rita Sereinig, Irene Lang, Irene Peios und Manuela Vock.  |  NOEN, Christoph Dworak
Eine legendäre Figur soll helfen, dass das siebente Jahr von „teatro“ in Mödling kein verflixtes werden wird: „Pinocchio“. Intendant Norberto Bertassi wird die von Norbert Holoubek umgeschriebene Fassung frei nach Carlo Collodi um die „Superstar“-Variante ergänzen. Bertassi, der für sämtliche Musikstücke sorgen wird, verspricht: „In unserer Fassung werden wir von Pinocchio als unsympathische und traurige Figur wegkommen. Wir werden ihn witzig, spritzig gestalten.“ Das berühmte Holzpüppchen wird die ,Das schaffst du nie’-Barriere“ überspringen, denn „Pinocchio ist nicht blöd, nur naiv“, betont Bertassi.

Regie führt mit Wendy Maurer-Menzel erstmals in der 18-jährigen teatro-Geschichte eine Frau. Sie will „alle Botschaften herausarbeiten, die die Geschichte zu bieten hat“. Das unfertige Stück Holz sei gleichbedeutend mit dem Wesen eines unfertigen Menschen, „einem Sonderling mit großem Herz“.

Völlig entstaubte Fassung

Holoubek hat die Collodi-Fassung „völlig entstaubt. Die ist mir viel zu moralisch und struwwelpeterisch“. Vielmehr schickt er Pinocchio auf „eine klassische Heldenabenteuerreise; mit Fürsprechern, Gegnern und neuen Figuren“. Unter anderem „Rosalotta“, die von Choreografin Rita Sereinig verkörpert werden wird. Bühnenbildnerin Joanna Piestrzynska setzt auch auf Projektion: „Jeder Ort bekommt sein animiertes Modell.“ Irene Lang hat schon sieben (der 36) Kostüme fertig. „Sie werden hell, fröhlich, bunt sein. Wir werden etwa 200 Meter Stoff verarbeiten.“

Moritz Mausser (15) spielt in seinem dritten teatro-Jahr bereits die Hauptrolle: „Man sieht auf Kinder und weiß auf den ersten Blick, dass sie auf die Bühne gehören“, begründet Holoubek, warum die Wahl auf den Schüler des Badener Frauengasse-Gymnasiums gefallen ist. Mausser „mochte Pinocchio bis jetzt nicht. Erst in der neuen Version wird mir klar, wie facettenreich diese Figur ist“. Und er sei „ein Zeichen gegen Intoleranz und Ausgrenzung. Aktueller kann man gar nicht sein“.
Bertassi verriet zudem schon jetzt, was 2017 am Sommerspiel-Programmplan stehen wird: „Der kleine Prinz’“.