Erstellt am 29. Februar 2016, 11:52

15-Jähriger muss in Haft. Jugendlicher Traiskirchner wurde im Oktober und Dezember wegen Raubes verurteilt: Im Jänner raubte er einem Schüler sein Handy und versuchte ihn zu erpressen.

 |  NOEN, APA (Archiv)

„Wir befinden uns hier im Bereich der Schwerstkriminalität.“ Keinen Zweifel am Ernst der Lage ließ Staatsanwalt Udo Kremnitzer beim Prozess gegen einen 15-jährigen Traiskirchner am Landesgericht Wiener Neustadt.

Der Bursche war bereits im Oktober und im Dezember zu bedingten Haftstrafen wegen Raubes verurteilt worden. Lehre dürfte ihm das keine gewesen sein. Auf die Frage des Gerichts, ob er vorbestraft sei und weshalb, meinte er nur: „Ich weiß es nicht mehr genau.“

Vor einer Schule in Guntramsdorf schlug er im Jänner 2016 erneut zu. „Ich habe bei der Notschlafstelle am Westbahnhof geschlafen und mir Cannabis organisiert. Ich hatte aber kein Geld und habe dem Dealer versprochen, ihm am nächsten Tag 120 Euro zu bringen“, erzählte der 15-Jährige. Zunächst plante er eine Trafik auszurauben. Davon nahm er jedoch wieder Abstand, da ihm die Sache zu heikel war. Deshalb passte er einen 13-jährigen Freund vor dessen Schule ab.

„Er hat gesagt, ich soll mitkommen. Ich habe gesagt, dass ich wieder zum Unterricht müsse, da hat er mir sein Messer gezeigt“, erinnerte sich der Bursche als Zeuge an der Vorfall. Er sei mitgekommen und der Angeklagte habe sein Handy gefordert. „Ich wollte es ihm nicht geben, da hat er das Messer aus der Tasche genommen und gegen meinen Arm gedrückt“, so der Bursche weiter. Dann drohte er noch, dass er die Polizei nicht einschalten dürfe.

„Vater verbat mir, Cannabis zu rauchen“

Am Schwarzmarkt ergatterte der Angeklagte 250 Euro für das Handy. Trotzdem forderte er sein Opfer auf, ihm 1.000 Euro zu bezahlen, wenn er sein Handy wieder haben wolle. Der 13-Jährige wusste, dass der Angeklagte von zuhause weggelaufen sei, und verständigte die Familie. Diese hatte die Polizei gebeten, nach ihm zu suchen und erzählte dabei auch von dem Vorfall mit dem 13-Jährigen.

„Ich wollte nicht mehr zuhause wohnen, weil mein Vater mit verbat Cannabis zu rauchen. Ich war süchtig und hatte falsche Freunde“, so der Bursche, der die Schule nur sporadisch besuchte und sich weigerte im Betrieb des Vaters mitzuarbeiten. Bei der BH Baden hatte er schon wiederholt angesucht, in einer betreuten WG untergebracht zu werden. Eine Zusammenarbeit mit der BH lehnte er jedoch ab.
Das Urteil: 14 Monate Haft (nicht rechtskräftig).