Erstellt am 04. Februar 2016, 06:53

von Daniela Purer

Keine Bausperre mehr für Container in Vösendorf. Insgesamt 48 Flüchtlinge sollen in Vösendorf ein neues Zuhause finden. Darunter befinden sich 24 Teenager.

 |  NOEN, APA (Scheriau)

Nachdem aufgrund fehlender Genehmigungen über das geplante Asyl-Containerdorf seitens der Gemeinde eine Bausperre verhängt wurde, kann nun weiter gebaut werden.

Vizebürgermeister Wilfried Santa, V2000, erklärt: „Grund für die Sperre waren neben einer fehlenden Baumeldung der Caritas auch fehlende Unterschriften zwischen Caritas und der Grundbesitzerin ASFINAG.“

Maximal 50 Personen finden in den Containern Platz, 48 Flüchtlinge, darunter 24 unbegleitete Jugendliche sollen schlussendlich auf dem Areal zwischen Post und Tunnel Vösendorf eine neue Bleibe finden.

Immer noch kritisch sieht die Vösendorfer FPÖ das Projekt. Gemeinderat Michael Liebl ist empört: „Vor allem die Vereinbarungen zwischen Gemeinde und Caritas, der sogenannte Sideletter, ist nicht das, was uns in der Informationsveranstaltung versprochen wurde.“

So wäre laut Liebl immer nur von Flüchtlingsfamilien und nicht von Jugendlichen die Rede gewesen. „Die Gemeinde hat wegen dem Pachtvertrag ihre Kompetenzen an das Land abgetreten. Als die Caritas Mitte Jänner ohne Genehmigung zu bauen begonnen hat, haben wir einen Baustopp erzwungen.“

SPÖ kann mit Vereinbarungen leben

In einer Gemeinderatssitzung, in der die nötigen Vertragssteile beschlossen wurden, wurde gegen die FPÖ gestimmt. „Wir werden das Dorf beobachten und keine Ruhe mehr geben, weil nicht eingehalten wird, was versprochen wurde“, so Liebl.

Gemeinderat Gerhard Svatora, SPÖ, ist anderer Meinung: „Die Gemeinde und die Caritas können mit den Vereinbarungen, die wir in dem Sideletter getroffen haben, sehr gut leben. Der Pachtvertrag läuft auf drei Jahre, er kann aber einvernehmlich, wenn der Gemeinderat zustimmt, verlängert werden.“

Dem stimmt auch Gemeinderat Hannes Koza, ÖVP, zu: „Wir haben im Vertrag alles reklamiert, was möglich war. Dies ist die bessere Variante, wir erfüllen unsere Quote nicht einmal zu fünfzig Prozent.“ Pressesprecher der Caritas, Martin Gantner, ist sich sicher, dass die Flüchtlinge bis Anfang März einziehen können. Zwei Wohncontainer sollen es insgesamt werden. „Wir sind sehr froh, dass es in Vösendorf Menschen gibt, die sich für die Flüchtlinge engagieren wollen. Das stimmt uns sehr zuversichtlich.“ Vor allem die private Initiative „Vösendorf hilft“ setzt sich schon jetzt für die Flüchtlinge ein. Laut Gantner funktioniert Integration gerade dort gut, wo die Begegnungen stark ausgeprägt sind.