Erstellt am 01. Mai 2016, 06:44

von Karl Stiefel

Gelebte Integration in Mödling. „Connect Mödling“ vermittelt Patenschaften und organisiert Wohngemeinschaften für minderjährige Flüchtlinge.

Amelie, Barbara Kreuzer, Reza, Mia, Matthias Ribisch und Alireza.  |  NOEN, privat

Seit September des Vorjahres arbeitet der Verein „Connect Mödling“ daran, Berührungsängste mit Flüchtlingen abzubauen. Mitorganisatorin Doris Pikisch weiß: „Der Wunsch, mit Österreichern in Kontakt zu treten, einander kennen zu lernen und die Deutschkenntnisse zu verbessern, sind vielen ein großes Bedürfnis.“

Deshalb werden unbegleitete Minderjährige an Paten vermittelt, wodurch die Integration gefördert werden soll.

Connect-Mitglied Barbara Kreuzer kümmert sich seit mehreren Monaten um ein Brüderpaar. Sie erzählt: „Für uns ist das keine große Sache. Mit unseren eigenen Kindern unternehmen wir ja sowieso regelmäßig etwas. Jetzt nehmen wir einfach zwei weitere Jugendliche mit. Wir haben alle viel Spaß miteinander.“

Kontaktangebot einmal in der Woche

Über die Organisation einer Patenschaft sagt Kreuzer: „Das bedeutet nicht, dass man Verantwortung für die Jugendlichen übernimmt, sondern dass man einmal in der Woche ein Kontaktangebot stellt. Man kann gemeinsam kochen, spazieren gehen oder ein Museum besuchen.“

Neben Patenschaften wird auch immer wieder Wohnraum gesucht. Pikisch dazu: „Die potenziellen Vermieter haben oft Angst, dass ein Rattenschwanz an Arbeit auf sie zukommt, was nicht der Fall ist. Wir haben eine enorm gute Betreuung vor Ort, die auch die Hausbesitzer entlastet.“

Für 10 bis 20 Jugendliche wird aktuell eine Bleibe gesucht. „Das sind Leute, die hier schon integriert sind und Schulen in Mödling besuchen. In einer Wohngemeinschaft, die finanziert ist und von uns betreut wird, können sie einfach besser leben. Wenn sie hier keine Unterkunft finden und andernorts wohnen müssen, verlieren sie unter Umständen die Kontakte, die sie sich in den vergangenen Monaten aufgebaut haben.“