Erstellt am 28. Mai 2016, 06:44

von Karl Stiefel

Im Ort funkt’s wieder. Moderne Technik mit weltweiter Reichweite: Notfunkgruppe sendet aus einem ehemaligen Bauernhof.

Vösendorfer Funker: Christian Fock, Peter Oberbauer, Thomas Deticek, Lisa Poisinger, Peter König, Christian Czapka, Robert Vana, Thomas Poisinger und Michael Maringer.  |  NOEN, Karl Stiefel

Ein „Shack“ ist ein Raum, in dem Funkamateure ihre Stationen aufgebaut haben. Eine solche Einrichtung der Amateurfunklandesleitstelle für Niederösterreich wurde nun auf dem Privatgrundstück der Familie Oberbauer – Rufzeichen „OE3OPA“ – eröffnet.

Peter Oberbauer erklärt, was die Funker dort machen: „Wir tauschen uns mit Gleichgesinnten weltweit aus, bilden Funker in Sachen Stationsbau und -betrieb aus, experimentieren mit Technik und sichern bei Katastrophen den Notfallfunk.“

Eine Einrichtung, die Bürgermeisterin Andrea Stipkovits, SPÖ, zu schätzen weiß: „Wir können stolz darauf sein, eine so wichtige Leitstelle im Ort zu haben, die nicht nur im Notfall eine unabhängige und weltweite Kommunikation erlaubt.“

Die Eröffnung nutzte die Ortschefin, um Oberbauer zum Zivilschutzbeauftragten zu ernennen. Vom Landesverband gab es ein Geschenk, das Funker quasi immer brauchen können: 100 Meter Antennenkabel. Der Vösendorfer hat on den vergangenen drei Jahren Zeit und Geld in den Umbau eines Kuhstalls zu einem Notfunk-Shack gesteckt. „Da steht ein Kleinwagen“, schätzt er die Investitionen in die Funktechnik ein. „Eine genaue Summe kann ich allerdings nicht sagen, das Projekt ist über die Jahre gewachsen.“

Amateure und Tüftler sind auch Forscher

Michael Zwingl, Präsident der „Austrian Amateur Radio Society“, betont die Wichtigkeit solcher Stationen: „Viele der Grundlagen der Funktechnik wurden in den 1920er-Jahren von Amateuren erforscht. Der Forschergeist hat sich heute kaum verändert, noch immer werden neue Erkenntnisse in dem international regulierten Bereich von Amateurfunkern geliefert.“


Zum Thema

  • Das Kürzel „OE3“ ist die einmalige Kennung für Funkstationen in Niederösterreich.

 

  • Österreichweit gibt es 3.500 Amateurfunker, in Niederösterreich sind davon über 800. Die Ortsgruppe Vösendorf zählt acht Funker.

  • An der neuen Station wurde drei Jahre lang gearbeitet.