Erstellt am 05. Mai 2016, 05:34

von Karl Stiefel

Wirbel um Flugblatt im Kindergarten. Kindergarten-Kinder erhielten Buntstifte mit dem Info-Blatt einer Gewerkschaft, Eltern zeigen sich erbost.

Zusammen mit einer Packung Buntstifte haben die Kinder dieses Flugblatt erhalten.  |  NOEN, privat

Für Aufregung hat ein „Younion“-Flugblatt gesorgt, das unter anderem auch die Tochter von Gemeinderat Hannes Koza, ÖVP, aus dem Kindergarten mit nach Hause gebracht hat: „Nicht nur als Politiker vor allem als Vater einer Tochter, die in den Kindergarten geht, stößt mir das äußerst sauer auf. Politische Werbung und Aktionen haben in Kindergärten und Schulen nichts verloren, das ist ein No-Go“, kritisiert Koza die Aktion, die er der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) zuschreibt.

Er betont jedoch: „Ich möchte mit der Kritik keineswegs die hervorragende Arbeit der Betreuerinnen herabwürdigen, die machen ihre Sache super.“

Flugblätter waren für Eltern bestimmt

Bürgermeisterin Andrea Stipkovits, SPÖ, erklärt die Umstände, wie es zu dem Aufreger gekommen ist: „Den Younion-Vertretern wurde seitens der Gemeinde genehmigt, die Flugblätter vor dem Kindergarten zu verteilen. Es sollte also nicht an die Kinder, sondern an die Erziehungsberechtigten verteilt werden, woran an sich nichts auszusetzen ist.“

Daran habe sich Younion allerdings nicht gehalten, die Informationsschreiben wurden in die Fächer der Kinder gesteckt. „Eine Vorgehensweise, der wir definitiv nicht zugestimmt haben. Das wurde von uns auch entsprechend gerügt“, machte Stipkovits deutlich.

Ronald Pötzl, Pressesprecher der Younion, zu der geäußerten Kritik: „Familien haben ein Recht auf die bestmögliche Betreuung ihrer Kinder und auch ein Recht darauf, informiert zu werden, wenn falsch gesetzte Maßnahmen der Landesregierung die Qualität dieser Betreuung bedrohen. Nicht ganz ersichtlich erscheint mir in diesem Zusammenhang, was die FSG mit dem Info-Blatt zu tun haben sollte.“

Aktion nicht gut durchdacht

Auch für ÖGB-Regionalsekretär und Gewerkschafter Markus Wagner ist die Verbindung fragwürdig: „Das war eine überfraktionelle Aktion der Gewerkschaft Younion, zugegeben nicht gut durchdacht.“

Koza möchte unterdessen nur eines: „Mir ist egal, aus welchem politischen Lager die Gewerkschaft kommt. Eine solche Art der Werbung gehört sich einfach nicht.“

Nun möchte Koza – als Vater und Gemeindevertreter – als Vermittler zwischen Kindergarten und Gemeinde agieren.