Erstellt am 24. Februar 2016, 05:04

von Daniela Purer

Parteien einig: „Wir sind kein 24. Bezirk“. Nach einem Sager von Wiens Landtagspräsident Harry Kopietz, SPÖ, blieben die entsprechenden Reaktionen nicht aus.

Vösendorf bleibt eine niederösterreichische Gemeinde - alles andere hat Nachrang.  |  NOEN, Daniela Purer

Eine Bürgerinitiative in Klosterneuburg wirbt mit dem Slogan „Lieber Nobelbezirk in Wien, als Vorort von Tulln.“ Laut „Kurier“ sieht Landtagspräsident Harry Kopietz (SPÖ) den möglichen Zuwachs gelassen und meint: „Gegen Vösendorf oder Schwechat hätte ich natürlich nichts einzuwenden.“

Geschichtlich gesehen war Vösendorf sogar einmal in Wien eingemeindet, gehört jedoch seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Niederösterreich. Wenn es nach Bürgermeisterin Andrea Stipkovits, SPÖ, geht, soll dies auch so bleiben: „Landtagspräsident Kopietz hat diesen Satz mit einem Lächeln gesagt, der war somit nicht ernst gemeint. Wir bleiben natürlich bei Niederösterreich.“

Groß-Wien bietet keinen Reiz

Selten, aber doch: In der Frage, ob Vösendorf zu Wien soll, sind sich alle Parteien einig, denn auch Vize Wilfried Santa, V2000, sowie FPÖ-Gemeinderat Thomas Fasching sind der Meinung: „Das ist kein Thema für uns, in Niederösterreich geht es uns besser,“ und „wir können diesen Träumen eines Groß-Wien nichts abgewinnen.“

Verkehrstechnisch „wahnsinnig gerne“ angebunden wäre Alexandra Wolfschütz, Obfrau der Grünen: „Sprich, die Zone 100 könnte man weiter ausbauen und die U-Bahn ebenfalls. Das sage ich aber auch mit einem Augenzwinkern.“

ÖVP-Gemeinderat Johannes Koza bringt den 2015er-Gemeinderatswahl-Slogan seiner Partei in Erinnerung: „Wir wollen nicht der 24. Bezirk Wiens werden, sondern die erste Gemeinde Niederösterreich sein.“

Vösendorf nur mit SCS zu assoziiert

Ein Antwortschreiben an den Landtagspräsidenten war schnell verfasst, in dem Koza Kopietz vorwarf, „Vösendorf nur mit der SCS zu assoziieren“. Verbunden mit der „Einladung auf ein Achterl in Vösendorf“.

Kopietz beteuert auf NÖN-Anfrage: „Selbst, wenn alle Beteiligen das unbedingt wollten, mehrere Gesetze müssten dafür geändert und mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Wiener und im NÖ-Landtag beschlossen werden. Soweit zur Ernsthaftigkeit meiner Aussage.“