Erstellt am 23. Dezember 2015, 12:38

von Karl Stiefel

Volle Südautobahn: 11.900 Lkw pro Tag. A2-Abschnitt ist der meistbefahrene in Österreich. Tempo 80 soll Entlastung bringen und Staugefahr vermindern.

 |  NOEN, Symbolbild

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat die aktuellen Zahlen zum Lkw-Verkehr auf Autobahnen veröffentlicht, Spitzenreiter ist der A2-Abschnitt Wiener Neudorf mit über 19.000 Fahrten pro Tag. Das ergibt ein Plus von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2015.

„Der Lkw-Verkehr nimmt deutlich stärker zu, als die Wirtschaft wächst. Das ist weder aus ökonomischer noch aus ökologischer Sicht erfreulich“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Daher die Forderung: „Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen auf EU-Ebene, wie eine europaweite Mindestmaut auf Lkw. Zudem braucht es mehr Lkw-Kontrollen und mehr betriebliche Gleisanschlüsse.“

Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, fordert „ein kontrolliertes Tempo 80. Wir müssen nicht nur die Geschwindigkeit auf dem Autobahnabschnitt reduzieren, wir müssen die Beschränkung auch kontrollieren.“

Seit geraumer Zeit wird seitens der Gemeinde bereits versucht, das Tempolimit einzuführen – bisher blieben die Gespräche mit ASFINAG und Verkehrsministerium jedoch ohne Erfolg. „2016 wird das Jahr der Umsetzung werden, wir haben alle Hausaufgaben gemacht. Langsam geht uns aber die Geduld aus, wir wollen endlich Tempo 80“, macht Janschka einmal mehr deutlich.

Ortsverkehr soll trotz Tempolimit nicht steigen

Vor genau einem Jahr hat Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum, die Bürgerinitiative „Zum Teufel mit der Verkehrshölle“ gestartet. „Das zuständige Ministerium hat schnell mit mir Kontakt aufgenommen und mich um etwas Geduld gebeten, seither ist nicht mehr viel passiert“, beklagt sie.

Einziger Lichtblick: Ab 2016 werden die Lärmschutzwände ausgebaut. Die Gemeinde wird ab Frühjahr die ersten Maßnahmen in diese Richtung umsetzen, ab November des kommenden Jahres soll die ASFINAG nachziehen.

Eine Ausweichroute für Lkw, womit sie eine Mautstelle zwischen den A2-Ausfahrten Wiener Neudorf und IZ NÖ-Süd umgehen, führt über die B17. „Mit den verstärkten Kontrollen wollen wir auch die Triester Straße vor dem Lkw-Verkehr schützen. Eine negative Auswirkung auf den Ortsverkehr durch Tempo 80 wird es also nicht geben“, versichert Kleissner.

Über eine Verlegung der Mautstelle hat der Ortschef bereits mit der ASFINAG gesprochen. Das Fazit Janschkas ist ernüchternd: „Eine neue Position südlich der IZ-Abfahrt scheint leider nicht möglich zu sein.“