Erstellt am 22. September 2015, 10:05

von Karl Stiefel

48 Mille für Tunnel. Rückbau der B17 und Tempo 80 auf der A2: Am Mobilitäts-Tag wurden die Engstellen im Verkehr besprochen.

Die B17-Kreuzung soll rückgebaut werden.  |  NOEN, Stiefel

Statt Autos waren am Sonntag nur Fußgänger und Fahrradfahrer auf der B17 unterwegs. Im Rahmen des Mobilitäts-Tages wurde der Abschnitt südlich der Kreuzung Hauptstraße zu einer Frühstücks-Zone umgestaltet. Zum Kaffee gab es für die Besucher Infos, wie es mit der Verkehrssituation in Wiener Neudorf weitergehen könnte.
Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum, fand deutliche Worte: „Die Grenze der Belastbarkeit in Sachen Verkehr ist für Wiener Neudorf einfach erreicht. Wir ersticken im Verkehr und müssen endlich handeln.“

An Problemstellen mangelt es nicht: „Auf der A2 muss endlich der 80er Realität werden, die Monsterkreuzung an der B17 muss von fünf auf drei Spuren zurückgebaut werden und der Weg zur SCS muss endlich mit dem Rad oder zu Fuß bewältigbar sein“, so Kleissner.

Besonders wichtig ist ihr die Tempobeschränkung auf der Autobahn: „Das ist eine Situation, die man per Knopfdruck verbessern könnte.“ Am Montag – nach Redaktionsschluss – war Kleissner mit Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, bei einer weiteren Verhandlungsrunde zu dem Thema mit Vertretern der ASFINAG und dem Land Niederösterreich.

B17: Mehre Optionen bleiben im Köcher

Eine Möglichkeit zur Entlastung der Triester Straße ist die Untertunnelung dieser. Auch diesbezüglich laufen aktuell Gespräche seitens der Gemeinde mit dem Land, merkt Janschka an. „Die Idee für den B17-Tunnel ist schon vor zehn Jahren auf dem Tisch gelegen, zwischenzeitlich ist sie aber in der Schublade verschwunden. Jetzt müssen wir die Machbarkeit in der aktuellen Lage prüfen. Der Tunnel wäre aber nicht die einzige entlastende Maßnahme, die kommen würde“, so Janschka.

Viele Konzepte aus dem von Alt-Bürgermeister Christian Wöhrleitner, SPÖ, zu Amtszeiten in Auftrag gegebenen Mobilitätskonzept „Neue Mitte“ werden übernommen, betonte Janschka. „Langfristig wird die Kreuzung der B17 mit der Hauptstraße zurückgebaut, Ampelanlagen werden eine Pförtnerfunktion übernehmen. Das müssen wir aber überregional planen, da wir nicht einfach unseren Verkehr nach Mödling schicken wollen.“

Auf die Frage, was der Tunnel kosten und wann er befahrbar sein könnte, meint Janschka: „Wir rechnen grob mit 48 Millionen Euro, die wir aber nicht alleine tragen werden. Die Bauzeit beträgt über fünf Jahre, es ist also ein Langzeitprojekt, das wir gut durchdenken müssen.“