Wiener Neudorf

Erstellt am 08. Juli 2016, 05:33

von Karl Stiefel

Bausperre, die Zweite. Schrittweise wird die Bebauung wieder möglich gemacht, Aufhebung der Sperre erfolgt schrittweise.

Die „blaue“ Bausperre kann vor der „gelben“ aufgelöst werden, um neue Großprojekte zu ermöglichen.  Foto: Gemeinde/Friedmann u. Aujesky OG  |  NOEN

Seit Oktober 2013 besteht eine Bausperre, die der Erstellung eines Ortsentwicklungsplans dient. Konkret heißt das: Bis Oktober 2016 durften zwar kleine Bauprojekte, jedoch keine neuen Großbauten in Wiener Neudorf angefangen werden. Nun wurde beschlossen, dass der ortsweiten Sperre eine regionale Abwandlung folgen soll.

Friedrich Hudribusch vom Bauamt erklärt, was geplant ist: „Der aktuell geltenden Bausperre werden zwei folgen, die sich überlappen. Dadurch wird die Gemeinde weiter am langfristigen Raumordnungs- und Bebauungsplan arbeiten und schrittweise Gebiete freigeben können.“

Starkes Instrument für die gezielte Ortsentwicklung

Verkehrsreferent Norman Pigisch, ÖVP, sieht darin „ein starkes Instrument für die gezielte Ortsentwicklung. Dadurch, dass wir hier zweigleisig fahren, können wir die größere Bausperre aufheben und weiterarbeiten, ohne gleich noch eine zu erlassen.“

Geplant ist eine Dauer von zwei Jahren mit Option auf eine Verlängerung bis Oktober 2019. Für private Hausbauer gibt Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, Entwarnung: „Die Sperre gilt nur für Projekte, die substanziell die Entwicklung von Wiener Neudorf beeinflussen. Bei einem Einfamilienhaus zum Beispiel ist das nicht der Fall. Für Bauvorhaben dieser Größenklasse, die unseren Zielen nicht wiedersprechen, wird es nach wie vor Baubewilligungen geben.“

Besonders beim geplanten „IZ-Nord“, auch „Öko-Park“ genannt, zwischen dem Freizeitzentrum und der Blauen Lagune, ist noch mehr Planung notwendig. „Die aktuellen Aufschließungsbedingungen des Areals sind sowohl für die Gemeinde, als auch für die Grundbesitzer ungünstig. Das Verkehrskonzept, das in den kommenden Monaten fertig werden soll, wird hier eine für alle Betroffenen – auch Anwohner und Pendler – günstige Lösung liefern“, so Janschka.

SPÖ zweifelt an Sinnhaftigkeit der neuen Bausperre

Für Gemeinderat Christian Wöhrleitner, SPÖ, erschließt sich die Sinnhaftigkeit der neuen Bausperre nicht: „Wenn die Arbeit der SPÖ vor dem Bürgermeister-Wechsel weitergeführt worden wäre, hätte es bis September ein fertiges Verkehrskonzept für Wiener Neudorf gegeben. Stattdessen wurden jegliche Vorarbeit ignoriert und eine unklare Situation für Grundbesitzer geschaffen. Eine Umsetzung des Öko-Parks würde ich allerdings sehr begrüßen.“

Im Zuge der Bausperren soll auch eine „Zentrumswidmung“ für den Ort gemacht werden, die das noch nicht klar abgegrenzte Herz Wiener Neudorfs definieren soll.