Erstellt am 04. Mai 2016, 06:34

von Karl Stiefel

Der Weg zum Tunnel - Erstes Gutachten. B17-Unterführung wird auf Machbarkeit geprüft, bis Anfang 2017 sollen alle Fakten zu dem Projekt vorliegen.

Bauarbeiten - Symbolfoto  |  NOEN, Erwin Wodicka

„Es soll eine langfristige Lösung für ein sich anbahnendes Verkehrsproblem werden. Bis der B17-Tunnel fertig ist, sorgen wir auch für eine kurzfristige Lösung“, erklärt Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, die Strategie der Gemeinde zur Entlastung der Triester Straße. Ein Schritt, der laut ihm dringend notwendig ist: „Alleine in den vergangenen zwei Jahren haben wir einen Anstieg von zehn Prozent bei den Durchfahrten gehabt. Ein klares Signal, dass eine Untertunnelung der Bundesstraße Sinn macht.“

Aktuell wurde das erste Gutachten zur Planung der unterirdischen Verkehrsumleitung in Auftrag gegeben. „Diverse Rahmenbedingungen müssen vor dem Baustart geklärt werden. Es wird von der aktuell laufende hydrologische Untersuchung, einem geologischen Gutachten, sowie der Finanzierung abhängen, ob der Tunnel überhaupt gebaut werden kann“, so Janschka.

Im September wird der von der Gemeinde beauftragte Stadtplaner mehrere Szenarien vorlegen, anhand derer das weitere Vorgehen beschlossen wird.

Fix ist bereits die Verschmälerung der B17-Kreuzung mit der Hauptstraße. Dort sollen die aktuell fünf Spuren auf drei reduziert werden, die Verkehrsströme sollen mit Ampelanlagen gesteuert werden.

„Das ist die kurzfristige Lösung“, schildert Janschka, „die Hand in Hand mit dem Tunnel funktionieren wird. Bis der befahrbar sein wird, werden allerdings noch einige Jahre vergehen.“

Finanzierung erst nach Gutachten im Gespräch

Die konkrete Planung der Untertunnelung wird laut dem Ortschef Anfang 2017 beginnen können.

Josef Decker, Leiter der Abteilung Allgemeiner Straßendienst des Landes Niederösterreich, gibt einen Überblick, was nun weiter von der Gemeinde erwartet wird: „Wir stehen in permanentem Kontakt mit den Gemeindevertretern und haben mittlerweile ein gutes Bild davon, was sie machen möchten. Jetzt müssen wir gemeinsam schauen, ob das überhaupt machbar ist.“

Für den Abteilungsleiter sind zwei Faktoren besonders wichtig: „Der Tunnel würde den Mödlingbach kreuzen, da braucht es eine genaue Auswertung der unterirdischen Strömungen, die ja gerade in Auftrag gegeben worden ist. Ebenfalls ausschlaggebend ist die Frage, wie viel Verkehr eigentlich verlagert werden kann und wie sinnvoll ein solches Projekt somit ist.“

In Sachen Finanzierung befindet sich auch das Land noch in Warteposition: „Bevor die Verhandlungen dazu beginnen, müssen die Grundlagen für den Tunnelbau erst vorhanden sein. Wenn das der Fall ist, werden die Gespräche rund um die Finanzierung anlaufen. Wir gehen von einer Preisklasse von rund 100 Millionen Euro aus, das wird sich aber erst mit fertigen Gutachten präzisieren.“