Erstellt am 27. Januar 2016, 05:43

von Karl Stiefel und Valentin Meixner

"Geben keine Ruhe, weil wir keine haben". „Schluss mit lustig“: Wiener Neudorf möchte Tempo 80 auf der A2 am Rechtsweg erzwingen.

Robert Stania, Bürgermeister Herbert Janschka, Elisabeth Kleissner und Anwalt Richard Krist.  |  NOEN, Karl Stiefel

Mit 144.000 Pkw-Fahrten und 11.900 Lkw pro Tag ist der A2-Abschnitt Wiener Neudorf der meistbefahrene Niederösterreichs – Tendenz steigend. Grund genug für Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, und Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum, einen 80er zu fordern. Die Gespräche mit dem Verkehrsministerium und der ASFINAG waren bisher jedoch ergebnislos.

Bei einer Pressekonferenz in Beisein von Rechtsanwalt Richard Krist bekundet Janschka seine Enttäuschung: „Mittlerweile fühle ich mich verarscht. Seit 15 Jahren setze ich mich für den 80er ein. Jetzt haben wir uns entschlossen, mit rechtlichen Mitteln vorzugehen.“

Konkret heißt das: „Wir stellen einen Antrag für die Temporeduktion an das Verkehrsministerium, der innerhalb von sechs Monaten bewilligt oder mit einem begründeten Bescheid abgelehnt werden muss“, erklärt Krist.

Feinstaubbelastung um ein Drittel senken

Die Folgen von Tempo 80 auf dem Autobahnabschnitt beschreibt Kleissner: „Basierend auf aktuellen Gutachten wird die Feinstaubbelastung um ein Drittel sinken, wir rechnen mit 80 Prozent weniger Abgasen und einer Halbierung der Lärmbelastung. Der Zeitverlust durch die Temporeduktion beträgt dabei lediglich 26 Sekunden.“

Im März soll es eine Bürgerversammlung zu dem Thema geben, von der sich die Gemeinde Unterstützung erhofft. Tatsächlich handelt es sich um einen rechtlichen Präzedenzfall, wie Krist erläutert: „Erstmals könnte eine Verordnung dieser Art auch durch eine Gemeinde oder durch Individuen erzwungen werden.“ Bei Erfolg rechnet man mit einer Umsetzung von Tempo 80 im Herbst, bei einem negativen Bescheid wird basierend auf den Gutachten Beschwerde eingereicht. „Wir geben keine Ruhe, weil wir keine haben“, so Kleissner. Für sie handelt es sich um „einen kleinen Schritt für das Ministerium und um einen großen für Wiener Neudorf. Letztendlich geht es nur um 1,8 Kilometer, auf denen wir Tempo 80 haben wollen“.

Laut Umfrage via nön.at befürworten 84 Prozent den Weg, den die Gemeinde eingeschlagen hat.