Wiener Neudorf

Erstellt am 30. Juni 2016, 08:13

von Karl Stiefel

Gift im Klosterpark. Stark erhöhte Glyphosat-Konzentration in Bodenproben gefunden – nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

 |  APA (dpa)

Als Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum, Ende Mai durch den Klosterpark spazierte, fielen ihr mehrere kranke Sträucher auf. Als wenige Tage später zehn der 15 gepflanzten Setzlinge braun waren, schöpfte sie Verdacht: „Wir haben sofort den zuständigen Gärtner kontaktiert, der keine natürliche Ursache, sondern das Pestizid Glyphosat vermutet hatte. Die Pflanzen waren nicht vom Stamm aus, sondern von den Blättern aus gestorben, was für das Gift typisch ist.“

Daraufhin wurden Bodenproben im ganzen Park genommen und an die Wiener Neudorfer Firma „Water & Waste“ zur Untersuchung geschickt.

Deren Analyse bestätigte: In der Erde rund um Ribisel- und Stachelbeersträucher sowie bei Edelkastanien und Birnen- und Apfelbäumen wurde Glyphosat nachgewiesen.

Vorerst bleiben die Pflanzen stehen

Besonders schockierend für die Vizebürgermeisterin: „Die kontaminierten Stellen haben teilweise den 3.500-fachen Wert von Vergleichsproben ergeben. Da sich das Pestizid recht schnell verflüchtigt, muss es sich also um eine extrem starke Konzentration von Glyphosat gehandelt haben. Es hätten daher nicht nur Pflanzen, sondern auch Personen oder Tiere zu Schaden kommen können.“

Die Gemeinde erstattete Anzeige gegen unbekannt – nun ermittelt die Polizei, der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt vor.
Was die kontaminierten Stellen angeht, wird noch abgewartet. „Wir werden den Boden vielleicht austauschen müssen. Vorerst werden wir die Pflanzen, die das Glyphosat überstanden haben, aber stehen lassen – natürlich mit einem entsprechenden Warnhinweis. Neu bepflanzen können wir frühestens im August. Außerdem hoffen wir, dass jemand Hinweise zu dem Vorfall haben könnte“, so die Vizebürgermeisterin.