Wiener Neudorf

Erstellt am 11. November 2017, 05:54

von Karl Stiefel

Verhandlungen über Tempo 80 auf der A2 gehen weiter. Ab Dezember sollen die Verhandlungen um den 80er auf der A2 in die nächste Runde gehen, 2018 kommt der Lärmschutz.

Symbolbild  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Nach wie vor liegt die Lärm- und Abgasbelastung im Bereich der A2, Abschnitt Wiener Neudorf, regelmäßig über den erlaubten Höchstwerten. Für Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, gibt es nur eine Lösung: „Wir brauchen die Kombination aus Tempo 80 und einer neuen Lärmschutzwand. Die niedrigere Geschwindigkeit wird sowohl das Verkehrsgeräusch als auch den Ausstoß der Motoren empfindlich verringern. Zusätzlich wird die Lärmschutzwand die Geräuschbelastung um weitere drei Dezibel mindern, insgesamt kommen wir also auf bis zu zehn Dezibel weniger Verkehrsgeräusche. Wenn beide Maßnahmen greifen, kommt die Region endlich wieder unter die Grenzwerte.“

Die Wand soll größer als die Standard-Variante der ASFINAG werden: rund 12 Meter hoch und nach acht Metern mit einer Biegung nach innen – so der Wunsch der Gemeinde.

Ausschließen kann Janschka jedoch den „Flüsterbeton“, ein Fahrbahnbelag, der das Abrollgeräusch von Reifen senkt: „Das ist eine Option, die wir uns angeschaut, aber schlussendlich dagegen entschieden haben. Durch die außergewöhnlich hohe Anzahl an täglichen Fahrten auf dem Autobahnabschnitt müsste die Fahrbahn der Belag alle 18 bis 24 Monate saniert werden. Das erachte ich nicht als sinnvoll.“

Warten auf neuen Verkehrsminister

Wie sich die Kombination aus der neuen Wand und der Temporeduktion auswirken würde, beschreibt Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, Umweltforum: „Der Abgas-Unterschied zwischen Tempo 130 und dem von uns angestrebten 80er beträgt rund 80 Prozent beim Kohlenmonoxid und ein Drittel beim Feinstaub. Temporeduktion ist ein wirksames Mittel zur Schadstoffreduktion. Die Grenzwerte für Feinstaub wurden bei uns im Ort mehrere Jahre lang massiv überschritten, an bis zu 63 Tagen bei 25 erlaubten. Bei der Lautstärke ist es nicht viel besser, hier werden regelmäßig 15 Dezibel mehr gemessen, als erlaubt sind.“

Gerade wird gemeinsam mit der ASFINAG – die bis zum Redaktionsschluss nicht erreicht werden konnte – ein Gutachten erstellt, das als Basis für die Lärmschutzwand dienen soll. Darin wird der Bedarf an Schalldämpfung erhoben, indem die Anzahl der Anwohner und der Fenster erfasst wird. Die Wand soll bis Herbst 2018 die erhoffte Entlastung bringen.

Beim 80er könnte es jedoch noch dauern: Während die Klage rund um die Zuständigkeit für die Causa noch beim Bundesverfassungsgericht behandelt wird, wartet die Gemeindeführung auf die Formung einer neuen Regierung. Janschka dazu: „Ich hoffe, dass es diesbezüglich rasch weiter geht und wir ab Dezember einen Verkehrsminister haben. Mit dem werden wir natürlich schnellstmöglich die Gespräche aufnehmen. Mit den Spitzenkandidaten der ÖVP und der FPÖ war ich bereits in schriftlichem Kontakt, beide haben sich gesprächsbereit gezeigt.“