Erstellt am 05. Februar 2016, 06:48

von Christoph Dworak

Der lange, harte Weg zurück ins Leben. Willy Kraus (61) hat es dank eisernem Willen geschafft: nach nur 23 Tagen im Spital wurde er nach Hause entlassen.

Endlich wieder zu Hause: Margit kann ihren Willy wieder herzen.  |  NOEN, Christoph Dworak
Kein Ereignis entgeht dem Willy (Kraus). Ohne Kamera verlässt er nie das Haus, ist er einmal nicht bei einem Termin dabei, heißt’s gleich: „Wo ist der Willy?“ In den letzten Wochen wurde diese Frage sehr oft gestellt.
Denn Willy fühlt sich just nach dem eigentlich erfrischenden Weihnachtsurlaub in Salzburg nicht gut. Am Sonntag, 3. Jänner, schleppt er sich ins Bett. „Ich habe meinen rechten Fuß und meine rechte Hand kaum bewegen können. Und ich war unendlich müde. Das wird schon wieder, hab ich mir gedacht.“

Am darauffolgenden Montagmorgen missglückt der Weg auf die Toilette völlig. „Obwohl ich mich mit aller Kraft bemüht habe, aus dem Bett zu kommen, fiel mein Körper wie von einer unsichtbaren Hand gezogen auf die rechte Seite.“

x  |  NOEN, Kraus


Gattin Margit reagiert richtig, verständigt sofort die Rettung. Die führt ihn schnurstracks ins Universitätsklinikum nach Tulln. Die Diagnose eines Arztes im Schwerpunktkrankenhaus hört Willy heute noch: „Sie haben einen Schlaganfall gehabt.“ – „Da ist für mich eine Welt zusammengebrochen.“ Angehängt an unzählige Überwachungsgeräte „bin ich in Trostlosigkeit versunken“, erinnert sich Willy im NÖN-Gespräch an die schrecklichen ersten Stunden. Bis ihn die Mediziner aufbauten: „Nach Vorlage aller Befunde können wir Sie jetzt wieder völlig wiederherstellen“, zitiert Willy in etwa den Arzt: „Es liegt nur an mir, ich muss bei der Therapie mittun.“

Heilungsprozess sensationell verlaufen

Und das lässt sich Willy nicht zweimal sagen. „Ich musste wieder sprechen, reden, Hand und Füße bewegen lernen, vom Fotografieren oder Schreiben war da noch gar keine Rede.“

Aber er hat sich einmal mehr durchgebissen. Der Heilungsprozess ist sensationell verlaufen: „Dank meiner Familie, allen voran meiner Frau, die täglich bei mir war, dank vieler Freunde, die mich besucht und mir gezeigt haben, dass man mich in der Heimat nicht vergessen hat.“

Auf dem Weg zurück ins Leben

Und dank des „tollen Teams im Klinikum, das sich sehr um mich bemüht hat. Alle haben ihren Beitrag geleistet, dass ich quasi in Rekordzeit wieder entlassen werden konnte.“ Nach nur 23 Tagen.
Die Faschingssitzung am Freitagabend ließ sich Willy nicht entgehen, wiewohl er am Tag danach „ganz schön erschöpft war“. Aber er hat gesehen, dass „es mit dem Fotografieren wieder klappt“ und er „auf dem Weg zurück ins Leben ist“.

Sein Appell: „Ich hoffe, andere hören rechtzeitig auf die Signale ihres Körpers, dann bleibt ihnen vieles erspart.“