Erstellt am 17. September 2014, 07:03

von Gerald Burggraf

Initiative fordert 2.000 Meter Abstand. Gemeindeführung will über Entfernung der Anlagen zu bewohntem Münchendorfer Gebiet mit Nachbarort verhandeln.

Die Gemeinde Münchendorf hat ein zwiespältiges Verhältnis zu Windkraftanlagen.  |  NOEN, Burggraf

Nach dem deutlichen Ausgang der Volksbefragung zum geplanten Windpark Münchendorf, bei dem sich über 65 Prozent gegen die Errichtung aussprachen, wird nun die Windenergie wieder zum Thema. Doch dieses Mal geht es nicht um die eigenen Windpark-Pläne der Marktgemeinde, sondern um jene des Nachbarortes Trumau.

Bürgerinitiative fordert 2.000 Metern Mindestabstand

Denn dort wird definitiv ein Windpark entstehen. Doch der Standort einiger Trumauer Anlagen ist den Münchendorfer Windrad-Gegnern der Bürgerinitiative „Pro Mensch“ (BI) ein Dorn im Auge. So sollen einige Windräder unterhalb des gesetzlichen Mindestabstands von 2.000 Metern errichtet werden.

Ermöglicht wurde dieses Vorgehen, nachdem alle Gemeinden, die Windparks in Planung hatten, sich vor einigen Jahren zugestanden die Windkraftanlagen mit einem Maximal-Abstand von 1.200 Metern zu bewohntem Gebiet zu errichten. Diese Regelung soll, wenn es nach der BI geht, fallen.

Dazu wurde im Rahmen der Münchendorfer Gemeinderatssitzung am Donnerstag ein Antrag von „Pro Mensch“ gestellt, in dem man die Gemeinde drängt, den Abstand von 2.000 Meter einzufordern. Auch wenn im Gemeinderat den eigenen Windrädern noch immer nachgetrauert wird, sieht man sich durch das eindeutige Volksbefragungs-Ergebnis zum Handeln gezwungen.

Letztendlich ginge es, laut Bürgermeister Josef Ehrenberger (SP), nur um ein Windrad. „Dieses ist knapp über 1.500 Meter geplant. Sonst gibt es nur noch ein paar andere Anlagen die aber schon fast 2.000 Meter entfernt stehen werden“, erläuterte er.

„Wir hoffen auf positive Gespräche“

Für Münchendorf gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder der Gemeinderat hebe den Beschluss der 1.200 Meter einfach auf oder man trete in Gespräche mit Trumau und Betreiber „Wien Energie“ über Änderungen der Standorte. Ehrenberger, seine SP-Fraktion sowie VP und FP waren sich einig, die zweite Vorgangsweise zu bevorzugen.

„Warum wir den Beschluss nicht gleich aufheben ist leicht erklärt: Wir haben mit Trumau und Oberwaltersdorf ein Hochwasserschutz-Projekt laufen, bei dem Trumau zwar die meisten Flächen hat, aber auch am wenigstens Nutzen. Daher halte ich es für falsch, hier aggressiv vorzugehen“, so Ehrenberger. Das Hochwasserschutzprojekt sei für Münchendorf von immenser Bedeutung.

Daher beschloss der Gemeinderat einstimmig, dem Ortschef die Erlaubnis für Verhandlungen zu erteilen. „Ziel ist die Versetzung der Windräder auf rund 1.800 Meter, wobei ich davon ausgehe, dass sie weiter wegstehen werden“, erklärte Ehrenberger.

Bei der BI „Pro Mensch“ zeigt man sich zufrieden, wie Sprecher Martin Kaspar gegenüber der NÖN bestätigt. „Wir hoffen auf positive Gespräche“, unterstreicht er.