Erstellt am 02. Dezember 2015, 04:13

von Christoph Dworak

Zügel angezogen: Parkplatz-Zoff in der SCS. Falschparkenden Mitarbeitern und Pendlern geht es ab sofort an den Kragen: Besitzstörungsklagen.

SCS-Centermanager Anton Cech macht nun ernst und droht mit Besitzstörungsklagen. Foto: Dworak  |  NOEN, Dworak

„Wir haben die SCS um 200 Millionen Euro adaptiert und ausgebaut. Jetzt ist es an der Zeit, unseren Kundinnen und Kunden die besten Parkplätze zu garantieren.“ Das sagte SCS-Centermanager im NÖN-Gespräch im Oktober 2014. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Mitarbeiter Sturm.

Sie wurden angehalten, nur noch drei ausgewiesene Parkplatzflächen zu benutzen: im Bereich Haas-Pyramide/KARE/Sport Outlet, gegenüber der „Blauen Lagune“ und der „Pyramide/„Park Royal“.

In Vorwoche Nägel mit Köpfen gemacht

In Gesprächen mit Arbeiterkammer, Shoppartnern und Firmenvertretern ist es Cech gelungen, die Situation zu beruhigen.

Bis zur Vorwoche, als die SCS tatsächlich Nägel mit Köpfen machte und das Parken in den Kernbereichen (Interspar bis Multiplex inklusive SCS- und IKEA-Garagen) auf vier Stunden beschränkte. Gültigkeit: vorerst einmal bis 7. Jänner 2016 täglich, dann jeden Samstag, Fenstertag und in den Ferienwochen. Entsprechende Hinweisschilder inklusive Androhung der Besitzstörungsklage wurden angebracht.

Die Zahlen sprechen aus der Sicht Cechs für die Maßnahme: 10.000 kostenlose Stellplätze sind am Areal vorhanden, 7.000 davon liegen im Kernbereich. Schätzungsweise 2.000 Plätze werden von den knapp 4.000 Mitarbeitern dauerhaft okkupiert, einige Hunderte von Badner Bahn-Pendlern. „Wenn man bedenkt, dass in starken Zeiten ein Parkplatz am Tag sechs Mal vergeben wird und pro Auto zwei Personen kommen, verlieren wir täglich 24.000 potenzielle Kunden.“

Es warten „lange Fußmärsche im Dunkeln“

Eineinhalb Monate lang wurden bereits Listen von Sündern erhoben, indem Kennzeichen notiert und die Fahrzeuge potenzieller Dauerparker fotografiert wurden. „Mehr als 700 täglich“, merkte Cech an.

Eine betroffene Mitarbeiterin – sie wollte anonym bleiben – zeigte sich im NÖN-Gespräch entsetzt. „Nicht nur, dass wir jetzt lange Fußmärsche im Dunkeln machen müssen, bleibt für mich die Frage offen: Was mache ich, wenn ich als Kundin in die SCS komme?“

Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl will „in jedem Fall noch einmal mit der SCS-Verwaltung reden“, Cech bedauert, nun hart durchgreifen zu müssen: „Die Gespräche haben leider nicht gefruchtet.“ Auch er mache täglich seinen „Morgen- und Abendspaziergang zum Auto“.

Die gute Nachricht für die Kunden: Parken am SCS-Gelände bleibt weiterhin gratis.

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