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16.02.2012, 10:28

Wenn es friert, rückt der EVN-Trupp aus

REPORTAGE / Der Bau- und Instandhaltungstrupp muss dann arbeiten, wenn es kalt und der Boden gefroren ist. Die NÖN war dabei.

(© LOHNINGER)
Diesen EVN-Trupp begleitete die NÖN Gmünd am 9. Februar. Im Bild von links: Manuel Garschall, Herbert Flicker (Fa. Talkner), Norbert Thor, Josef Binder, Johannes Blacha und Robert Fuchs.
© LOHNINGER
VON DANIEL LOHNINGER

GMÜND / Draußen hat es minus 12 Grad. „Eine angenehme Temperatur im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Jetzt funktionieren zumindest die Geräte wieder“, sagt Josef Binder. Der 55-jährige Albrechtser führt den 6-köpfigen Bau- und Instandhaltungstrupp der Gmünder EVN an, den die NÖN am 9. Februar begleitet. Im Konvoi – drei Busse, ein Lkw – geht es kurz nach 7.30 Uhr vor der EVN-Bezirksstelle in Gmünd los. Ziel ist Litschau, wo Helmut Flicker von der Firma Talkner mit seinem Bagger zum Trupp dazu stößt.



Erste Aufgabe: Ein 61 Jahre alter, 12 Meter hoher Hochspannungsmast im Bereich der Glashüttenstraße muss getauscht werden. Jedes Jahr tauscht der EVN-Trupp etwa 50 Masten im Bezirk Gmünd – viele davon in den Wintermonaten. „Wir können zu diesen Masten mit dem Lkw nur zufahren, wenn der Boden gefroren ist – sonst ist es hier immer zu feucht. Unsere Fahrzeuge würden einsinken“, erklärt Binder. Seit 40 Jahren ist er bei der EVN – er kennt den großen Einzugsbereich der Gmünder EVN-Bezirksstelle, der von Stadelberg bis Grametten reicht, wie seine Westentasche. Deshalb sieht er auch nur sicherheitshalber auf den Plan, um zu wissen, welche Trafostationen während der Arbeiten abgeschaltet werden müssen. Oberste Prämisse, gerade bei kalten Temperaturen: Möglichst wenige Haushalte sollen von der Stromabschaltung betroffen sein – und das möglichst kurz. Um 9.13 Uhr kommen rund 35 Haushalte vom Netz, zeitgleich beginnt der Bagger mit dem Ausbaggern des Masts. Danach müssen die Kabel aus der 3-Punkt-Armierung gelöst werden, um 9.31 Uhr fällt der alte Mast. Nur 17 Minuten später steht der neue Mast und um 9.50 Uhr verfügen wieder alle Haushalte über Strom. Der alte Mast wird zersägt und auf den Lkw geladen – er kommt in den Sondermüll-Container in Gmünd.

Der EVN-Konvoi zieht einstweilen weiter. Getauscht werden müssen jetzt zwei Niederspannungsmasten außerhalb von Litschau – Masten wie diese gibt es nur mehr in den entlegeneren Gebieten im Bezirk Gmünd. Der Aufwand bei Niederspannungsmasten ist nicht ganz so groß – das umständliche „Ausfädeln“ und „Einfädeln“ bei der Armierung entfällt beispielsweise, auch Netzabschaltung ist keine notwendig.
Während sein Team die beiden Masten tauscht, nutzt Binder die Zeit anderweitig. Mit dem Lkw-Krankorb geht’s in luftige Höhen: Zwei Freileitungen sind von herabhängenden Ästen bedroht. Die erste Leitung führt über eine Straße – der Lkw bleibt stehen, rasch ist Binder mit dem Korb in der Luft und sägt die in die Leitung hängenden Äste ab. Schwieriger wird der zweite Fall: Der Lkw muss über ein Feld zufahren – und das bei einer 20 Zentimeter dicken Schneedecke. Mit einiger Anstrengung wird aber auch diese Herausforderung gemeistert. Danach geht’s wieder zurück zu den anderen EVN-Jungs, die mittlerweile bereits den zweiten Masten in der Arbeit haben. Um kurz nach 11 Uhr ist auch der ausgewechselt.

Der Konvoi fährt nach Litschau zurück. Bevor es zur Mittagspause im wärmenden Gasthaus Kaufmann geht, sammelt Binder noch die Informations-Tafeln, die er bereits zwei Tage vor der Stromabschaltung aufgestellt hatte, wieder ein. Und um 11.08 Uhr folgt dann der letzte Akt des Vormittags – der Anruf in der EVN-Zentrale in Maria Enzersdorf. Dort meldet Binder, dass die Arbeiten abgeschlossen sind, und alle Leitungen wieder in der richtigen Reihenfolge geschaltet sind.

Nach dem Mittagessen wird es dann unwirtlicher: Dichter Schneefall hat mittlerweile eingesetzt. Der EVN-Trupp rückt nach Hörmanns aus – dort muss ein Mast ausgewechselt werden, der bei einem Unfall beschädigt worden ist.
Um kurz vor 15.45 Uhr geht es dann wieder zurück nach Gmünd. Für manche EVN-Mitarbeiter ist der Arbeitstag aber noch nicht zu Ende: Gerade in Tagen wie diesen hält auch der Bereitschaftsdienst manchmal Überraschungen bereit – für Binder ist es um 21 Uhr so weit. Einsatz in Langegg – defekte Hausanschluss-Sicherung.
 
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