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21.02.2012, 00:00

Kunst als Opfer des Krieges

KLIMT–JUBILÄUM / Ein Künstler, der wie kaum ein anderer die Wahrnehmung österreichischen Kunstschaffens international geprägt hat, wäre heuer 150 Jahre alt geworden.

Gustav Klimt.ÖNB BILDARCHIV
©

WIEN, IMMENDORF / Eine imposante Reihe von insgesamt zehn Ausstellungen kennzeichnet den Wert, der Gustav Klimt selbst 150 Jahre nach seiner Geburt in Wien immer noch beigemessen wird. Die Präsentationen beleuchten das breite Spektrum des Werkens und Wirkens Klimts in seiner Gesamtheit.

Von den Deckengemälden, die mittels aufwendigem Aufbau erstmals aus aller nächster Nähe betrachtet werden können, über die Zeichnungen bis hin zu von Klimt inspirierten Textilmustern und Klimts Verhältnis zur österreichischen Kunstszene des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist annähernd jedes Thema abgedeckt.

Bilder als Kriegsbeute und  ein Schloss in Flammen

Immer wieder wird in diesen Ausstellungen auch das dunkelste Kapitel im Umgang mit Klimts Werken beleuchtet. Denn einige Meisterwerke fielen in den letzten Kriegstagen der Kunstverachtung der Nazis zum Opfer.

Mit enormem Geldaufwand erwarb das Ehepaar Lederer in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts die bedeutendste Klimt-Sammlung seiner Zeit. Unter anderem besaß es die „Fakultätsbilder“ Jurisprudenz und Philosophie sowie seit 1915 den sogenannten Beethovenfries. Der Kontakt mit Klimt war überaus freundschaftlich und familiär. 1938 wurde die Sammlung Lederer zwangsenteignet und großteils im Schloss Immendorf gelagert.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren hier unter anderem rund 200 Zeichnungen und insgesamt 13 Bilder Gustav Klimts deponiert. Am letzten Kriegstag, also am 8. Mai 1945 legte ein Soldat Brandsätze mit Zeitzündern, was zur völligen Zerstörung des Schlosses führte. Es brannte zwölf Tage und zuletzt war alles so durchgeglüht, dass man fast nichts mehr verwenden konnte. Sogar die Kacheln der Kamine zerfielen zu Staub. Vom einstigen Schloss Immendorf existieren heute nur mehr einige kleinere Steinhaufen. Ein paar Mauerreste des Grottensaales sowie ein Bogen des Treppenaufganges zur Schlossterrasse sind übrig geblieben. Sogar die Kinder im Ort wissen kaum noch, dass es einmal ein Schloss Immendorf gab.

 
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