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01.04.2014, 17:22 Debatte

Mölzer soll Alaba in "Zur Zeit" verunglimpft haben

In der Debatte um die Sager von Andreas Mölzer, FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, kommen jetzt auch alte Vorwürfe aufs Tapet.

Im Jahr 2012 soll er in seiner rechten Zeitschrift "Zur Zeit" unter dem Pseudonym "F. X. Seltsam" einen rassistischen Artikel über Fußballer David Alaba verfasst haben. "Zur Zeit" widerspricht dem Vorwurf.

"Echte Wiener " und "pechrabenschwarzer" Fußballer

Unter dem Pseudonym "F. X. Seltsam" erschien vor knapp zwei Jahren in "Zur Zeit" ein Artikel, in dem über den "pechrabenschwarzen" Fußballspieler David Alaba und seine Eltern hergezogen wurde.

Dort hieß es, dass "die echten Wiener unserer Tage" nunmehr "so aussehen" wie Alaba und dass nur noch "der Blick auf die Altersheime" erahnen lasse, was "wirkliche Österreicher" und "echte Wiener" dereinst waren.

Lasek: Kein zweifelsfreier Beweis für Mölzers Autorenschaft

"Wir können jetzt eindeutig belegen, dass Mölzer unter dem Pseudonym "F. X. Seltsam" Beiträge veröffentlicht hat", teilte SOS Mitmensch unter Berufung auf Recherchen des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) mit.

DÖW-Mitarbeiter Willi Lasek sagte im Ö1-"Mittagsjournal", dass dem Dokumentationsarchiv seit Anfang der 1990er-Jahre bekannt sei, dass sich hinter dem Pseudonym Mölzer verberge. Dieser habe dem nie widersprochen.

Aufgeflogen sei Mölzers Tarnung, weil er im Jahr 1990 ein und denselben Artikel sowohl unter dem Pseudonym, als auch unter seinem echten Namen veröffentlicht habe. Allerdings räumte Lasek ein, dass man "nicht zweifelsfrei beweisen" könne, dass Mölzer den Artikel über Alaba geschrieben hat.

Zeitschrift stellte "Wandersynonym" klar, Walser fordert Rücktritt

"Zur Zeit" konterte, dass "F. X. Seltsam" ein "Wandersynonym" sei, unter dem verschiedene Autoren "satirische Beiträge" publizieren würden. "Und Mölzer war es im Fall Alaba gewiss nicht!", heißt es in einer Aussendung der Zeitschrift.

In Reaktion auf die Vorwürfe forderte der Grüne Abgeordnete Harald Walser einmal mehr den "unmittelbaren Rücktritt von allen politischen Funktionen" des FPÖ-Spitzenkandidaten. FPÖ-Chef Strache solle "rassistische Individuen schleunigst aus der Partei" werfen, so Walser.

ÖFB betonte Toleranz- und Integrations-Gedanken

In der Debatte nahm am Dienstag auch der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) Stellung. "Zur aktuellen Diskussion rund um rassistische Artikel in Verbindung mit ÖFB-Teamspielern möchte der Österreichische Fußball-Bund betonen, dass jede Art der Diskriminierung auf das Schärfste zu verurteilen ist", teilte der ÖFB mit.

ÖFB-Boss Leo Windtner ließ in einer Medienmitteilung wissen: "Der ÖFB steht für Toleranz, gegen jede Art der Diskriminierung und für Integration in allen Bereichen der Gesellschaft. Es gibt sehr viele positive Beispiele für gelebte Integration im Fußball. Viele unserer Teamspieler sind herausragende Beispiele dafür."

Laut Windtner würden Teamspieler "sehr gerne für politische Zwecke herangezogen". "Politische Untergriffe auf dem Rücken prominenter Sportler sind unangebracht und entbehrlich", so Windtner.

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