Erstellt am 01. März 2016, 04:44

von Claudia Stöcklöcker

17-Jährige bedroht: "Ich habe Albträume". Facebook-Bekanntschaft soll für eine 17-Jährige zum Martyrium geworden sein. 32-Jähriger bedrohte nicht nur den Teenager, sondern auch deren Mutter und Schwester.

Mit einer Freundschaftsanfrage auf Facebook fing alles an...  |  NOEN, APA (Hochmuth)

Über Facebook lernte eine 17-Jährige aus dem Wienerwald einen 32-Jährigen aus dem Bezirk Mistelbach kennen. Für den Teenager soll die große Liebe dann zum Martyrium, geworden sein.

„Ich hab’ ihm von Anfang an nicht getraut und hab’ gleich gewusst, dass da etwas nicht stimmt. Aber er hat sie so eingeschüchtert, dass sie mir lange nichts erzählt hat. Sie hat sonst über alles geredet und dann ist man nicht mehr an sie rangekommen“, sagt die Mutter der Jugendlichen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

"Habe heute noch Angst"

Und weiters: „Sie hatte überall blaue Flecken und gesagt, sie hätte sich wo angestoßen. Ich hab’ das nicht geglaubt.“ Ob die Mutter Angst vor dem Angeklagten hat: „Heute noch.“ „Ich habe Albträume“, erzählt die 17-Jährige. Mehrmals wöchentlich soll der Angeklagte sie misshandelt haben. „Auch wenn ich schon geweint habe, hat er weitergemacht“, sagt das Mädchen und erzählt von Schlägen, Tritten, Hämatomen und einem verletzten Auge. Zum Arzt sei sie nie gegangen, weil „er gesagt hat, dass er meine Familie umbringt“.

Nachdem die 17-Jährige die Beziehung beendet hatte, habe der Angeklagte via WhatsApp mit den Worten „Ich weiß wo du arbeitest, ich komme, schlage dich, bringe dich um“ gedroht. Und zur Mutter: „Dass sie nicht mehr lange leben wird.“

Stahlnagel im Reifen gefunden

Auch die Schwester des Teenagers soll bedroht worden sein: „Dass er mir seine Freunde schickt, hat er mit mitgeteilt.“ Angst hatte auch sie: „Nachdem das mit dem Autoreifen passiert ist. Da ist ständig die Luft ausgegangen. Ein Mechaniker hat dann einen zehn Zentimeter langen Stahlnagel im Reifen gefunden“, erklärt die Zeugin.

„Ich weiß, wo du arbeitest, ich komme, schlage dich und bringe dich um.“ Der 32-Jährige soll massiv gedroht haben.

Dass der 32-Jährige dahinter steckt, glaubt seine ehemalige Freundin: „Weil er gefragt hat, ob meine Eltern eh keinen Unfall gehabt haben.“

Was der Angeklagte sagt? „Sie will mir eins auswischen.“

Wegen gefährlicher Drohung setzt es für den 32-Jährigen sieben Monate bedingt. Von fortgesetzter Gewaltausübung und Sachbeschädigung wird er freigesprochen. „Es reicht für eine Verurteilung nicht aus, es fehlen Beweisergebnisse“, so die Richterin. Nicht rechtskräftig.