Eichgraben

Erstellt am 10. Juli 2016, 10:13

Neue Schule kann starten. Privatschule in Furth wurde zu klein. Ein Wohnhaus in Eichgraben wurde umgestaltet und geht im September als Zweigstelle für „die Großen“ in Betrieb.

Die Schüler der Neuen Schule übernehmen in ihrem neuen Domizil in Eichgraben auch das Kochen selbst.  |  NOEN

Die „Neue Schule“ ist eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht für die erste bis achte Schulstufe, die nach den Prinzipien Maria Montessoris arbeitet. Sie existiert seit zwölf Jahren und befindet sich hinter dem Kloster auf Maria Anzbacher Gemeindegebiet. „In den vergangenen Jahren war die Nachfrage nach Schulplätzen enorm, viele Menschen sind sogar wegen dieser reformpädagogischen Schule zugezogen. Leider mussten immer wieder Familien abgewiesen werden, denn es waren nicht genügend Plätze vorhanden“, berichtet Schulleiterin Andrea Pisa.

Jetzt ist es gelungen, ein zusätzliches Gebäude zu adaptieren: In der Winklstraße 9 in Eichgraben wurde ein Wohnhaus zur Schule umgestaltet. Im September startet in der Zweigstelle der Schulbetrieb für die „Großen“, also Schülerinnen und Schüler von 12 bis 15 Jahren. Für die Betreuung dieser Altersgruppe entwickelte Maria Montessori ihren sogenannten „Erdkinderplan“. Er sieht vor, dass den Jugendlichen so viel Verantwortung wie möglich übergeben wird und sie alle Abläufe selbstständig planen und erledigen. „Darum werden sich die Kinder nicht nur mit den notwendigen Lerninhalten beschäftigen, sondern auch das Einkaufen, Kochen, Putzen, die Reinigung und Instandhaltung des Gebäudes, die Pflege des Gartens, das Budget und Teile der Buchhaltung übernehmen“, erläutert Pisa.

„Ich halte die Neue Schule mit ihrem besonderen pädagogischen Konzept für eine wertvolle Ergänzung unserer guten öffentlichen Schulen.“ Bürgermeister Martin Michalitsch

Die jungen Menschen lernen so, Arbeitsabläufe vom Anfang bis zum Ende abzuwickeln, Verantwortung zu übernehmen, sich eigene Meinungen zu bilden, im Team zu arbeiten, Entscheidungen zu treffen und deren Konsequenzen zu tragen: Fehlplanungen oder Vernachlässigung von Aufgaben werden sofort spürbar. Pisa: „So entwickeln die Jugendlichen persönlichen Einsatz und ein gutes Vermögen zur Selbsteinschätzung, was ihnen beim Umstieg in weiterführende Schulen oder ins Berufsleben zu Gute kommt.“

Für die Schule müssen alle Kosten – von Lehrergehältern bis zu Gebäudeausgaben – privat finanziert werden, weil es kaum Förderungen von Land und Bund gibt. Die Gemeinden Eichgraben und Maria Anzbach gewähren der Neuen Schule Zuschüsse zur Ganztagesbetreuung. Zusätzlich unterstützt Eichgraben das Projekt dieses Jahr mit 10.000 Euro.

Freude über Hilfe der Gemeinde

Andrea Pisa freut sich auf den Start im September: „Wir haben ein arbeitsreiches Jahr hinter uns und auch über den Sommer ist noch viel zu tun. Aber wir wurden von der Gemeinde Eichgraben wunderbar unterstützt und da alle, von Schülern und Schülerinnen über deren Eltern bis hin zu den Verantwortlichen im Land, sich eingesetzt haben, wird alles gut klappen.“

Bürgermeister Martin Michalitsch ist beeindruckt „vom großen Einsatz, den das Lehrerteam aber auch die Eltern für das Gelingen des schulischen Geschehens in der neuen Schule leisten. Ich halte die Neue Schule mit ihrem besonderen pädagogischen Konzept für eine wertvolle Ergänzung unserer guten öffentlichen Schulen. Auch wenn wir als Gemeinde eine besondere Aufgabe als Schulerhalter unserer Volks- und neuen Mittelschule haben, unterstützen wir auch die Neue Schule und sind froh, dass sie nun auch einen Standort in Eichgraben hat.“

Auch Vizebürgermeisterin Elisabeth Götze steht hinter der Neuen Schule: „Immer wieder höre ich von Eltern, dass die Neue Schule eine wertvolle Bereicherung der Schullandschaft ist. Daher freut es mich besonders, dass der neue Standort in Eichgraben liegt.“