Erstellt am 11. Februar 2016, 15:16

von Andrea Stoiser

Abschied von Lothar Bruckmeier. Der bekannte Eichgrabener Maler und Galerist wird am Freitag verabschiedet. Er ist am 3. Februar im 89. Lebensjahr nach einer kurzen Krankheit verstorben.

 |  NOEN, Stoiser
Lothar Bruckmeier wurde 1927 in München geboren Er machte eine Lehre zum Grafiker und studierte Malerei und Grafik in London und Wien. Außerdem hatte er eine Ausbildung im Gastronomiebereich.

Doch die Kunst stand für Lothar Bruckmeier im Vordergrund. Die Natur war für den Ausnahmekünstler das Maß aller Dinge, was sich in seinen Werken deutlich zeigte. Lothar Bruckmeier stellte sich bei seiner Arbeit nicht mit der Staffelei hinaus in die Landschaft, sondern malte aus seiner Erinnerung heraus in der Stille seines Ateliers, das zeitlebens sein „Lieblingsplatzerl“ war. Jedes Bild war ein Schritt auf dem Weg zu einem nicht genau definierbaren Ziel, das immer neu erobert werden wollte. Lothar Bruckmeier gehörte zu jenen österreichischen Malern, die nicht nur anerkannt waren und mit Preisen bedacht wurden, sondern er war auch eine Autorität.

Werke auch teilweise Politik

Seine Werke waren zum Teil auch ein wenig Politik. In einem seiner Naturbilder spiegelt sich etwa das Kraftwerk Zwentendorf im Wasser wieder. Achtlos weggeworfener Müll oder Stacheldrahtzäune bildeten of einen Kontrast zur Natur. Über 40 Jahre stellte Bruckmeier seine Werke im In- und Ausland aus. In den 80er-Jahren erregte Lothar Bruckmeier Aufsehen mit überdimensionalen Aquarellen.
„Es ist die Sehnsucht nach Schönheit, die den Künstler antreibt“, meinte Professor Angelica Bäumer im Rahmen einer seiner großartigen Ausstellungen.

1961 verlegte Lothar Bruckmeier seinen Lebensmittelpunkt nach Eichgraben, wo er gemeinsam mit seiner Gattin Elfriede, die er in England kennenlernte, das ehemalige Bahnhofsrestaurant belebte und der Kunst widmete. Der von den beiden gegründete Verein für Kunst und Kultur feierte 2014 das 40. Jubiläum. Maler, Musiker, Schriftsteller, Bildhauer, Kabarettisten und viele andere Persönlichkeiten gingen aus und ein. Elfriede und Lothar Bruckmeier und die Mitglieder des Vereins für Kunst und Kultur verstanden es, den Ort zu etwas Besonderem zu machen. Selbst im Mittelpunkt stehen wollte der Künstler nie. Trotz seiner Erfolge blieb er immer bodenständig und bescheiden.

Zahlreiche Auszeichnungen

Der Eichgrabener erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Sonderpreise. Im Jahr 2006 wurde ihm das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen. Die Gemeinde Eichgraben verlieh ihm den Ehrenring. „Lothar Bruckmeier hat Eichgraben kulturell ganz besonders geprägt“, sagt Bürgermeister Martin Michalitsch.

Lothar Bruckmeier hinterlässt seine Gattin Elfriede und Sohn Stephan, der sich in der Theaterwelt einen Namen gemacht hat und in Deutschland lebt.

Die Verabschiedung findet am Freitag, 12. Februar, um 14 Uhr in der Einsegnungshalle am Eichgrabener Friedhof statt.