Erstellt am 29. Dezember 2015, 17:53

von Beate Riedl und Andrea Stoiser

Ärger für Pendler. Neuer Fahrplan / Bahnbenützer haben teilweise schlechtere Verbindungen, Schüler verlieren halbe Stunde in der Früh. REGION WIENERWALD / Der neue ÖBB-Fahrplan bringt einige Verbesserungen, aber es gibt auch massive Verschlechterungen.

Längere Fahrzeiten und schlechtere Verbindungen müssen Bahnfahrer aus der Region Wienerwald seit dem Fahrplanwechsel hinnehmen. privat  |  NOEN

Der neue ÖBB-Fahrplan bringt einige Verbesserungen, aber es gibt auch massive Verschlechterungen. Keine Freude mit dem neuen Fahrplan hat etwa der Maria Anzbacher Josef Ertl, der gemeinsam mit seiner Frau jeden Tag von Neulengbach zum Wiener Westbahnhof in die Arbeit pendelt. Er fährt mit dem Zug um 5.28 Uhr, vorher ging er um 5.45 Uhr. „Ich muss wesentlich früher aufstehen und wegfahren, bin aber trotzdem nicht schneller in der Arbeit“, sagt Ertl. Beim Heimweg sei die Situation auch nicht besser, der Zug fährt sechs Minuten früher, Ertl kommt aber nicht früher heim. Die Züge bleiben auch bei mehr Haltestellen stehen als früher. Positiv sei für ihn, dass die ÖBB die Pünktlichkeit (meist) recht gut im Griff habe.

Kein passender Anschlussbus

Nicht sehr glücklich sind auch Schüler aus dem Gymnasium Josefstraße in St. Pölten. Sie müssen jetzt bereits den Zug um 6.30 Uhr von Neulengbach-Stadt nehmen, denn mit dem 7-Uhr-Zug versäumen sie den letzten möglichen Anschlussbus zum Gymnasium. „Wenn man zwei Schüler in verschiedenen St. Pöltner Schulen hat, wobei einer den späteren Zug nehmen könnte, ist das nicht lustig“, klagt eine Neulengbacherin.

Mehr Freude bereitet da schon die Direktverbindung vom Bahnhof Tullnerfeld zum Flughafen - diese wird bereits von einigen Winterurlaubern aus der Region Wienerwald in Anspruch genommen.

Was den Pendlern besonders auffällt, ist, dass der Westbahnhof, der vor gar nicht so langer Zeit modernisiert wurde, jetzt wie ausgestorben ist. „Das ist ein Geister-Bahnhof geworden. Früher waren viele Pendler und auch internationale Reisende unterwegs“, sagt auch Josef Ertl. Das sei sicher auch ein Problem für die vielen Geschäftsinhaber.