Altlengbach

Erstellt am 31. August 2016, 05:00

von Renate Hinterndorfer

Freiwilligendienst: In Ecuador im Einsatz. Adele Körner engagiert sich für Sozialprojekte im Ausland. Jetzt geht sie für drei Monate nach Ecuador, um in einem Internat Jugendliche zu betreuen.

Noch sitzt Adele Körner gemütlich in ihrem schönen Garten in Altlengbach, in gut einer Woche startet ihr Einsatz in Ecuador.  |  NOEN, rh

Am Donnerstag steigt Adele Körner ins Flugzeug. Ihr Ziel ist Ecuador. Dort ist aber nicht Urlaub, sondern Arbeit angesagt: Die pensionierte Volksschuldirektorin unterstützt ehrenamtlich ein Projekt für Schüler. „Einmal Lehrerin, immer Lehrerin“, lacht die 67-Jährige, die sich schon sehr auf ihren dreimonatigen Einsatz in Südamerika freut.

Adele Körner wird in einem Internat sieben bis acht Jugendliche im Alter von 12 bis 17 betreuen. „Die Kinder werden nach der Dschungelschule in eine höhere Schule geschickt und leben unter der Woche im Internat. Man ist dort für sie Elternersatz und für alles verantwortlich, vom Frühstück bis zum Hausaufgabenmachen“, erzählt die Altlengbacherin.

Für sie ist es nicht der erste Freiwilligendienst in einem fremden Land: Als sie vor einigen Jahren vom gemeinnützigen Verein „Voluntaris“ gehört hat, der Freiwilligeneinsätze in Entwicklungsprojekten im In- und Ausland organisiert, war ihr Interesse geweckt.

2012 ging Adele Körner als Direktorin der Volksschule Pressbaum in Pension, 2013 startete sie ihren ersten Freiwilligeneinsatz in Haiti: „Ich war damals die erste Freiwillige bei Voluntaris, die zu so einem Einsatz ging. Es war ein Abenteuer. Drei Jahre nach dem Erdbeben waren überall noch Schutthalden. Ich habe viel gelernt und täglich neue Perspektiven dazugewonnen.“

Die pensionierte Volksschuldirektorin war schon einmal im Freiwilligendienst: Vor vier Jahren betreute sie Schüler in Haiti.  |  NOEN, privat

Schulsysteme in Entwicklungsländern seien gewöhnungsbedürftig, und man dürfe nicht annehmen, dass man als Entwicklungshelfer mit Applaus empfangen werde: „Entwicklungshilfe ist eine sensible Geschichte. Man muss sehen lernen, man muss spüren lernen.“

Nach der zehnmonatigen Tätigkeit als Lehrerin in Haiti folgt jetzt also ein dreimonatiger Einsatz in Ecuador. Eine Reise „ins Ungewisse“ ist es diesmal nicht, denn vor eineinhalb Jahren war Adele Körner gemeinsam mit ihrer Schwester Eva-Maria Werner schon in dem Anden-Staat. „Wir haben meine Kollegin Ingrid Dogan besucht, die damals schon in dem Projekt gearbeitet hat und auch jetzt dabei ist“, erzählt Adele Körner.

Im Dezember kehrt die pensionierte Pädagogin wieder zurück, denn Weihnachten möchte sie mit ihren vier Töchtern und 13 Enkeln feiern.

Was sagt die große Familie zu dem Engagement im Ausland? „Die Enkelkinder finden es toll, dass die Oma so etwas macht. Und meine Töchter gehen auch gut damit um, auch wenn ich als Babysitter und Kinderbetreuerin ausfalle“, sagt Adele Körner.