Erstellt am 16. Februar 2016, 05:34

von Claudia Stöcklöcker

"Angst um mein Leben". Syrer attackierte im Asylheim in Innermanzing seinen Unterkunftgeber mit der Faust und griff zum Messer. Der Verhaftung widersetzte er sich. Nun saß er auf der Anklagebank.

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Einen Faustschlag verpasste ein Syrer (24) im Asylheim in Innermanzing seinem Unterkunftsgeber und griff dann zum Messer. „Wir helfen gerne, aber da hatte ich Angst um mein Leben“, sagt das Opfer im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Im November letzten Jahres kam es nach Alkoholkonsum zum Streit unter Asylwerbern. „Er hat vom Balkon mit dem Sessel gegen die Glasscheibe geschlagen. Ich hab’ ihn dann zu Boden gebracht, dabei habe ich unter einem Bett ein Messer liegen gesehen. Deshalb habe ich ihn aus dem Zimmer gezerrt. Draußen hat er mich mit der Faust geschlagen“, so der Zeuge weiter.

Auch einem Iraker wird Widerstand vorgeworfen  

Und: „Ich habe ihn dann weggestoßen. Da stand er plötzlich mit dem Messer da, ist auf mich los.“ Der Unterkunftsgeber flüchtete in seine Wohnung und verständigte die Poliziei. Die Exekutivbeamten hatten alle Hände voll zu tun. „Mit erhobener Faust ist der Syrer auf einen Kollegen los“, so eine Polizistin. Versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt wird auch einem Iraker (37) vorgeworfen. „Ich habe die Personendurchsuchung gemacht, da hat er mir einen Schlag gegen die Schulter versetzt“, berichtet ein anderer Exekutivbeamter.

Zu den Vorwürfen ist der Syrer teils geständig. Mit der Faust zugeschlagen zu haben, gibt er zu. „Weil mich der Unterkunftsgeber aus dem Zimmer gezerrt hat“, rechtfertigt er sich. „Wenn Sie randalieren, hat der Hausherr das Recht, Sie zu packen und rauszuzerren“, klärt ihn der der Richter auf. Dass der Iraker vor Gericht Rede und Antwort stehen muss, versteht er nicht. „Wegen so etwas Lächerlichem haben sie uns festgenommen“, wundert er sich. Die Urteile: Neun Monate bedingt für den Syrer, vier Monate bedingt für den Iraker. Nicht rechtskräftig.