Erstellt am 16. Februar 2016, 05:34

von Beate Riedl

 Polizei: 28 Beamte. Bilanz / 2015 ging relativ ruhig über die Bühne. Die Zahl der REGION WIENERWALD /  „Es war ein relativ ruhiges Jahr, Gott sei Dank ohne aufsehenerregende Ereignisse“, bilanzieren der Altlengbacher Polizeikommandant Alois Haydn und der Neulengbacher Kommandant Helmut Summer.

Der Altlengbacher Postenkommandant Alois Haydn blickte im NÖN-Gespräch auf das vergangene Jahr zurück.  |  NOEN, Riedl

"Es war ein relativ ruhiges Jahr, Gott sei Dank ohne aufsehenerregende Ereignisse", bilanzieren der Altlengbacher Polizeikommandant Alois Haydn und der Neulengbacher Kommandant Helmut Summer. So gab es 2015 auch keinen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. Trotzdem war für die 28 Beamten, die in der Region ihren Dienst verrichten, jede Menge zu tun: So hatten die Altlengbacher Polizisten 270 Gerichtsakte zu bearbeiten.

Zu diesen Anzeigen an die Staatsanwaltschaft zählen unter anderem Sachbeschädigungen, Einbrüche oder Körperverletzungen. „Einige Einbrüche konnten durch die gute Tatortarbeit auch geklärt werden“, freut sich Altlengbachs Polizeichef Alois Haydn. Die Zahl der Einbrüche liege im Rayon im langjährigen Durchschnitt. Die meisten passieren allerdings in Eichgraben, im Laabental gibt es verhältnismäßig wenig Einbrüche. „Ab Oktober bis Ende März, wenn es früher dunkel ist, sind wir täglich in den Siedlungen unterwegs“, berichtet der Polizist. Den Erfolg der Präventionstätigkeit könne man zwar nicht messen, aber die Präsenz der Polizei schrecke mit Sicherheit die Täter ab.

„15 Wegweisungen innerhalb eines Jahres sind tendenziell hoch.“ Alois Haydn, Polizei Altlengbach

Wichtig seien auch die Wahrnehmungen der Bevölkerung: „Bei verdächtigen Wahrnehmungen oder Auffälligkeiten bitte sofort anrufen, nicht erst ein paar Stunden oder Tage später“, appelliert Haydn, „nur so kann man gleich reagieren.“

Im Rayon der Neulengbacher Exekutive war 2015 ein relativ ruhiges „Einbruchsjahr“, auch Dämmerungseinbrüche habe es nur vereinzelt gegeben.

Verwaltungsanzeigen (Verkehrsdelikte) hat es 2015 im Altlengbacher Rayon insgesamt 950 gegeben, außerdem gab es 800 Verwaltungsakte zu bearbeiten. Relativ häufig kam es zu Streitereien innerhalb der Familie. „15 Wegweisungen innerhalb eines Jahres sind tendenziell hoch“, sagt der Polizist. Dabei seien alle Situationen deeskaliert worden. „Wir versuchen, alles ruhig abzuwickeln und dem Streit das Gas etwas herauszunehmen“, erklärt Alois Haydn die Vorgehensweise. Die Weggewiesenen – zum Großteil Männer – zeigen sich meistens einsichtig.

Alkohol, Internet und Flüchtlinge

Eine rückläufige Tendenz bemerkt Alois Haydn bei Alkohol am Steuer: „Da hat ein Umdenken stattgefunden“, sagt er. Wenn junge Leute weggehen, sei der Fahrer nüchtern und die anderen trinken, das nächste Mal werde gewechselt. „Viele sind auf den Führerschein angewiesen, auch die Entzugszeiten sind verhältnismäßig lang“, nennt der Polizist weitere Gründe. Und sein Neulengbacher Kollege Helmut Summer fügt hinzu: „Was Alkohol am Steuer betrifft, sind die jüngeren meistens vernünftiger als die älteren Autofahrer.“

Die Neulengbacher Polizei hat 2015 insgesamt 47 Lenker erwischt, die zu viel Alkohol getrunken hatten, knapp 800 Alko-Vortests wurden durchgeführt. „Highlight“ war ein Oberösterreicher, der mit dem Auto mit seinen beiden Kindern im Raum Neulengbach mit über 2 Promille unterwegs war. Den „Rekord“ hielt 2015 aber ein Lenker mit 2,8 Promille.

„Was Alkohol am Steuer betrifft, sind die jüngeren meistens vernünftiger als die älteren Autofahrer.“ Helmut Summer, Polizei Neulengbach

35 Unfälle gab es 2015 im Rayon der Neulengbacher Exekutive mit verletzten Personen, 249 mit Sachschäden. Außerdem schlugen sich die Verbrechen und Vergehen mit 395 zu Buche, 2015 waren es noch 469.

Arbeitsintensiv war 2015 das Thema „Asyl“. „Das ist eine große Mehrbelastung für die Polizei“, so Helmut Summer. Immerhin gebe es in der Region einige größere Unterkünfte wie die Kaserne Neulengbach oder das Kloster Stein. „Immer wieder sind Bescheide zu überbringen oder Abschiebungen durchzuführen“, sagt er. Die Kriminalitätsrate habe sich aber nicht erhöht, fügt er hinzu. Immer mehr Anzeigen gebe es neuerdings allerdings wegen Internetdelikten.

Dabei gehe es meist um bestellte und bezahlte Ware, die nicht geliefert wurde. Und der Polizist rät: Angebote ganz genau prüfen, und sich nicht verlocken lassen, wenn etwas einen unrealistischen Preis hat. Oder gleich: heimisch kaufen. „Wenn in England ein Auto nur ein Viertel davon kostet, als bei uns, dann kann einfach etwas nicht stimmen“, so Summer.

 

Polizei Neulengbach

Die Neulengbacher Polizei ist für die drei Gemeinden Neulengbach, Maria Anzbach und Asperhofen zuständig. Für Kirchstetten ist die Böheimkirchner Polizei zuständig.

Derzeit sind 15 Beamte im Dienst, damit sind alle Planstellen besetzt.

Das Einsatzgebiet erstreckt sich über knapp 100 Quadratkilometer.

Rund 16.000 Bewohner samt Zweitwohnsitzer sind im Rayon gemeldet.

235 Kilometer Landes- und Gemeindestraßen verlaufen durch das Gebiet.

Polizei Altlengbach

Die Exekutive ist für Altlengbach, Neustift-Innermanzing, Brand-Laaben und Eichgraben zuständig.

Mit 13 Beamten im Dienst sind alle zugeteilten Stellen besetzt.

Das Einsatzgebiet der Altlengbacher Polizei erstreckt sich über rund 95 Quadratkilometer.

Knapp 10.000 Einwohner sind im Einsatzbereich gemeldet. Dazu kommen rund 3.000 Zweitwohnsitzer, rund 1.500 davon in Eichgraben.

Über 312 Kilometer Landes- und Gemeindestraßen haben die Polizisten ein wachsames Auge.