Erstellt am 19. Februar 2016, 05:39

von Renate Hinterndorfer

Arzt und Apotheke : Sorge um Versorgung. Leiter von Jugend am Werk befürchtet Verschlechterung bei medizinischer Betreuung. Altlengbacher Bürgermeister ist um beste Lösung für die Patienten bemüht.

 |  NOEN, APA (dpa)

In der Debatte um Hausarzt und Apotheke meldet sich Bernhard Donabaum, Leiter der Behinderteneinrichtung „Jugend am Werk“ in Innermanzing, zu Wort. In einem Brief an Bürger- und Patientenanwalt, Gesundheitsministerium, Ärztekammer und Bezirkshauptmannschaft verweist er auf die gut funktionierende medizinische Versorgung der Bewohner von Jugend am Werk durch die Hausärzte Günther Malli in Altlengbach und Martin Ruzicka in Laaben. Beide Hausärzte verfügen über eine Hausapotheke, was „für die betroffenen Patienten und uns als Organisation enorme Vorteile bringt“, so Donabaum.

Viele der 50 erwachsenen Personen, die bei Jugend am Werk betreut werden, seien pflegebedürftig und müssten oft ärztlich versorgt werden. Durch die geplante Apotheke in Altlengbach befürchtet Bernhard Donabaum eine Verschlechterung der Versorgung. Denn bei Ansiedlung einer öffentlichen Apotheke dürfen Ärzte im Umkreis von sechs Kilometern keine Hausapotheke betreiben. Donabaum ersucht die Verantwortlichen mitzuhelfen, dass das „für uns sehr wichtige medizinische Versorgungssystem aufrecht erhalten werden kann - never change an running system.“

Göschelbauer:„Gesetz ist Gesetz“

Bürgermeister Michael Göschelbauer erklärt: „Gesetz ist Gesetz. Wenn das Gesetz nicht geändert wird, darf in den nächsten fünf Jahren eine Apotheke aufsperren. Ich bin seit Wochen bemüht, in ernsthaften Gesprächen mit den verantwortlichen Personen die beste Lösung für die Patienten zustande zu bringen“, betont Göschelbauer. Ihm sei wichtig, dass in Altlengbach weiterhin zwei Kassenärzte tätig sind: „Wir sind extrem bemüht, in Richtung Ärztezentrum etwas zusammenzubringen. Es hat da auch schon etliche Gespräche gegeben.“ Wichtig seien eine gute Koordinierung und die örtliche Nähe, damit „für Patienten keine unnötigen Wege entstehen und sowohl Ärzte als auch Apotheker gut arbeiten können. Ich sehe das Ganze auch als große Chance.“