Erstellt am 17. November 2015, 05:28

von Renate Hinterndorfer

Asperhofenerin in Paris. Elisabeth Kuntner war in der französischen Hauptstadt, gar nicht weit von den Angriffen entfernt unterwegs. Erst in der Wohnung erfuhr sie, was los gewesen war.

Elisabeth Kuntner ist froh, dass sie gut in Brüssel gelandet ist. Nach Paris würde sie aber jederzeit wieder fahren. Foto: privat  |  NOEN, privat
Am Freitagabend gab es in Paris mehrere Anschläge auf Lokale, einen Konzertsaal und ein Fußballstadion mit mehr als 120 Todesopfern. Die Welt war geschockt – und Elisabeth Kuntner in Paris mittendrin.

„Mir ist ganz anders geworden“

„Ich war auf einem Konzert und bin mit der U-Bahn heimgefahren“, erzählt die Asperhofenerin. Ahnungslos ging sie von der Metro-Station zu ihrem Apartment. „Ich hab nur einige Sirenen gehört. Als ich bei der Haustür hineingegangen bin, hab ich auf meinem Handy gesehen, dass ich fünf Anrufe in Abwesenheit hatte.“

Erst als sie mit ihrem Freund telefonierte, erfuhr sie, was gerade in Paris passiert war. „Es war echt arg. Ich war vielleicht eineinhalb Kilometer entfernt, aber ich habe nichts mitbekommen. Mir ist ganz anders geworden“, schildert die 29-Jährige.

Sie hat vor vier Jahren in der französischen Metropole studiert und verbrachte jetzt dort ein paar Tage, um alte Erinnerungen aufleben zu lassen. „Und dann ist das passiert“, ist sie fassungslos.

Bahnhof: „Alle wollten nur weg“

Im Internet informierte sich Kuntner über die Attentate. Freunde aus Paris rieten ihr, das Haus nicht zu verlassen. Den Samstag verbrachte Kuntner in ihrem Apartment: „Ich bin nur einmal kurz rausgegangen. Die Stimmung war sehr trist. Viel war zugesperrt, es waren wenig Leute unterwegs.“ Am schlimmsten sei der Samstagabend gewesen, als sie so richtig realisiert habe, was passiert war.

Am Sonntag reiste Kuntner von Paris zurück nach Brüssel, wo sie für drei Monate arbeitet. Statt wie geplant mit dem Bus reiste sie mit der Bahn.

Die Stimmung am Bahnhof sei nicht gut gewesen: „Alle wollten nur weg. Es war ein großes Aufgebot an Militär und Polizei, wie es eben bei verstärkten Sicherheitsvorkehrungen ist. Jetzt bin ich froh, dass ich wieder in Brüssel bin“, sagt die 29-Jährige. Erleichtert ist natürlich auch ihre Familie in Asperhofen.

Mehr zum Thema: