Erstellt am 19. April 2016, 17:14

von Claudia Stöcklöcker

Autofahrer in Rage. Weil eine Straße gesperrt war, wollte 42-Jähriger über eine Wiese fahren. Als ein Förster ihn stoppte, fuhr er auf ihn auf.

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Unflätiges Verhalten im Straßenverkehr legte ein 42-Jähriger an den Tag. Dass eine Straße im Wienerwald wegen Baumschlägerung gesperrt war, kam ihm nicht gelegen. Wegen Nötigung sitzt er nun im Prozess am Landesgericht St. Pölten vorm Strafrichter.

Als der 42-Jährige aus dem Bezirk Wiener Neustadt mit seinem Geländewagen vor der Straßensperre stand, geriet er in Rage. „Weil da alles so schlecht beschildert war“, sagt er nun im Prozess. Ans Umkehren dachte er jedenfalls nicht. „Ich habe einen Feldweg gesehen und mir gesagt, da fahr ich jetzt“, erzählt er. Weit kam er aber nicht.

Ein Oberförster stellte sich ihm mit ausgestreckten Armen in den Weg. „Das war ja kein Feldweg, sondern eine Wiese“, erklärt dieser vorm Richter.

Und weiters: „Ich habe ihm gesagt, dass das ein privates Grundstück ist. Er ist auf mich zugefahren, gerade so, dass er mich am Knie berührt hat. Vier Mal hat er das gemacht. Ich bin jedes Mal ausgewichen. Er hat dabei immer nur gegrinst und gelacht.“

 „Er hat dabei nur gegrinst und gelacht.“ Förster im Prozess am Landesgericht St. Pölten

Geständig dazu ist der Angeklagte nicht. „Ich habe ihn nicht berührt“, beteuert er Unschuld. Ob er auf den Förster zugefahren ist? „Zugerollt“, erklärt er und meint: „Er hat mich genötigt.“ Das lässt der Richter nicht gelten.

Der einschlägig Vorbestrafte kassiert acht Monate teilbedingte Strafe, zwei Monate davon gesiebte Luft. „Ich bin der Meinung, dass Nötigung von Autofahrer gegen Fußgänger streng zu bestrafen ist aufgrund des Kräfteverhältnisses“, begründet der Richter.

Der 42-Jährige legte gegen das Urteil sofort Berufung ein.