Erstellt am 07. April 2016, 06:24

von Renate Hinterndorfer

Bei Rettungen wird „analysiert“. Notarztversorgung wird neu vergeben. In der Region ist man zuversichtlich, dass Stützpunkt bleibt.

Vor genau einem Jahr wurde der neue Notarzt-Wagen beim Roten Kreuz in Neulengbach in Betrieb genommen.  |  NOEN, Renate Hinterndorfer

Im Jahr 2008 ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Die Region Wienerwald bekam endlich eine Notarztversorgung. Rotes Kreuz Neulengbach und Samariterbund Altlengbach wechseln sich als Stützpunkt für das Notfalleinsatzfahrzeug ab. 1.150 Mal wurde der Notarzt im Vorjahr alarmiert, das waren um 14 Prozent mehr als im Jahr 2014.

Jetzt wird die Notarztversorgung in ganz Niederösterreich neu ausgeschrieben, das hat das Land beschlossen. Die Zahl der Notarztstützpunkte könnte sich von 32 auf 22 reduzieren.

„Die Ausschreibung läuft, wir sind dabei die Unterlagen zu studieren“, heißt es beim Samariterbund. „Wir sind gerade dabei die Ausschreibung zu studieren und alles zu erheben und zusammenzutragen, zum Beispiel wie viele Stunden wir leisten können“, berichtet auch Organisationsleiter Christopher Scheidl von der Rotkreuz-Bezirksstelle Neulengbach.

Niederösterreich wird in acht Regionen oder „Lose“ eingeteilt. Der Stützpunkt Lengbach gehört zum Los 2, das Stadt und Bezirk St. Pölten sowie die Bezirke Lilienfeld und Tulln umfasst.

Wohlmuth: „Sehe keine Gefahr“

Der Neulengbacher Bürgermeister Franz Wohlmuth sieht keine Gefahr für den Stützpunkt Neulengbach/Altlengbach: „Wir haben ja erst vor einem Jahr ein neues Fahrzeug bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Stützpunkt gefährdet.“ Der Altlengbacher Bürgermeister Michael Göschelbauer ist ebenfalls zuversichtlich, dass der Stützpunkt Lengbach erhalten wird: „Es ist wichtig, dass der Notarzt bleibt. Es hat schon Gespräche mit Verantwortlichen gegeben und wir haben darauf hingewiesen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssen, um den Notarzt zu erhalten.“

Auch der Altlengbacher Samariterbundobmann Florian Geissler sieht die notärztliche Versorgung in der Region Wienerwald nicht in Gefahr: „Ich habe keine Angst, weil wir im Jahr über 1.000 Einsätze haben. Es gibt Stützpunkte mit deutlich weniger Einsätzen.“ Geissler zeigt sich zufrieden mit der derzeitigen Arbeit im Notfallbereich, die Kooperation zwischen ASBÖ und Rotem Kreuz funktioniere gut. Das sieht man auch beim Roten Kreuz so: „Die Zusammenarbeit funktioniert unheimlich gut im Sinne der Patienten“, erklärt Christopher Scheidl.

„Es ist wichtig, dass der Notarzt bleibt.“ Bürgermeister Michael Göschelbauer, Altlengbach

Bei den Rettungsorganisationen wird jetzt über die weitere Vorgangsweise beraten. Wie Andreas Zenker vom Rotkreuz-Landesverband ausführt, seien noch einige offene Fragen im Bieterverfahren zu klären: „Wir müssen noch einiges nachfragen und haben eine Gruppe gebildet, die analysiert und ein Konzept erstellt. Wo es sinnvoll erscheint, werden wir anbieten.“ Um wie viele Stützpunkte es weniger geben könnte, lasse sich nicht sagen. Fix ist für Andreas Zenker nur eines: „Das Netz wird grobmaschiger werden.“