Erstellt am 12. Januar 2016, 05:23

von Renate Hinterndorfer

Biber dürfen jetzt bejagt werden. Wasserverband darf in bestimmten Bereichen Maßnahmen gegen die Nager setzen.

Seit dem Herbst ist Wasserverbandsobmann Karl Gfatter wieder vermehrt mit Beschwerden wegen Biberschäden konfrontiert.  |  NOEN, Hinterndorfer

Massive Biberschäden gibt es derzeit wieder in Neulengbach. „Ich habe beim Spazierengehen gesehen, was der Biber entlang des Anzbachs angerichtet hat, ich war entsetzt“, schildert eine Neulengbacherin.

„Der Biber ist überall, dazu dürfte auch der milde Winter beitragen“, sagt Karl Gfatter, Obmann des Wasserverbandes Große Tulln. Er ist immer wieder mit Beschwerden konfrontiert, weil die Nager auch Schäden in der Landwirtschaft anrichten. Auch im Herbst gab es etliche Probleme in Neulengbach und darüber hinaus.
In den vergangenen Wochen haben die Nager mehrere Bäume unterhalb der Friedhofskurve „umgeschmissen.“ Auch im Schaubergerareal wurden schon Biberspuren gesichtet.

„Das Problem wird immer größer, ich werde immer wieder darauf angesprochen“, sagt auch der Neulengbacher Bürgermeister Franz Wohlmuth.

Biber sorgen für Probleme

Der Ortschef macht sich Sorgen, dass durch die „Arbeit“ der Biber im verbauten Gebiet die Hochwassergefahr steigen könnte. „Wenn die Dämme zerstört und aufgeweicht werden, wird es ein Problem. Die Dämme werden löchrig wie Emmentaler, und da habe ich wirklich Bedenken. Ein Dammbruch ist die wahre Gefahr für die Gemeinde.“

Der Wasserverband Große Tulln hat von der Naturschutzbehörde des Landes Niederösterreich einen Bescheid bekommen, dass im verbauten Gebiet, wo Schäden entstehen, gegen die Biber vorgegangen werden kann.
„Wir sind berechtigt, Dämme zu entfernen und sachkundige Personen anzuweisen, Biber zu entnehmen. So steht es im Bescheid“, erklärt Karl Gfatter. Die Bejagung der Tiere ist einmal für ein Jahr erlaubt, ausgenommen in der Schonzeit von 1. April bis 1. September.

„Die Stellen, wo es erlaubt ist, sind genau festgelegt. Und es muss natürlich alles protokolliert und gemeldet werden“, betont Gfatter.