Erstellt am 10. November 2015, 05:02

von Beate Riedl

Computer schon wieder verschlüsselt. Zwei Mal innerhalb weniger Tage bekamen Neulengbacher Unternehmer „Trojaner“ zugeschickt. IT-Ermittler der Polizei gibt Tipps.

Mit Bitcoins – einer digitalen Geldeinheit – können sich Betroffene wieder "freikaufen" mit etwas Glück bekommen sie dann eine Entschlüsselungssoftware zugeschickt.  |  NOEN, shutterstock/aztekphoto

Schon wieder wurde eine Neulengbacher Unternehmerin Opfer eines "Computervirus": Nachdem sie eine E-Mail mit einem Bewerbungsformular geöffnet hatte, wurde ihr Computer gesperrt. Mit der versendeten Nachricht wurde ein „Trojaner“ mitgeschickt, eine Software, die den Zugriff auf den PC sperrt. Sie wurde daraufhin aufgefordert, einen gewissen Betrag zu überweisen, dann werden die Daten wieder freigegeben. Sie erstattete Anzeige. Erst in der Vorwoche landete das gleiche E-Mail im Postfach eines Gastronomen.

Derartige Fälle landen beim IT-Ermittler der Polizei im Bezirk St. Pölten Franz Thürauer:
„Oft ist es nur ein vertauschter Punkt oder Buchstabe. Wenn man über den Absender nur schnell drüber liest, fällt einem gar nicht auf, dass die Nachricht gefälscht ist.“ Er empfiehlt auf jeden Fall eine Virensoftware.

99 Prozent der Trojaner kommen per Mail

„99 Prozent der sogenannten Trojaner kommen per E-Mail. Wenn einem etwas seltsam vorkommt, ist es wichtig, auf keinen Fall einen Anhang öffnen“, rät Franz Thürauer. Nur durch das Lesen des E-Mails passiere nichts.

In jenen Fällen der beiden Neulengbacher wurden die Anhänge geöffnet, die Daten am Computer gesperrt und es kam eine Aufforderung „Bitcoins“ – eine digitale Währung im Internet – zu zahlen, dann werde wieder alles freigegeben. „Sobald bezahlt ist, wird mit viel Glück eine Entschlüsselungssoftware zugeschickt, damit die Daten wieder freigegeben werden“, erklärt der Experte.

Sicherung auf externen Datenträger

Betroffen von derartigen Viren seien meist Unternehmer, die wichtige Daten auf ihren Rechnern gespeichert haben und auch darauf angewiesen seien. Wenn nichts Essentielles am PC sei, könne man ihn neu aufsetzen und alles sei wieder wie vorher – nur ohne Daten. Franz Thürauer rät daher zu einer Sicherung auf einem externen Datenträger. „Wichtig ist jedenfalls Anzeige zu erstatten, da es sich dabei auch um Erpressung handelt. Wir helfen auch weiter, was dann zu tun ist und vermitteln an Profis, die sich damit sehr gut auskennen“, so Thürauer abschließend.