Erstellt am 01. März 2016, 04:54

von Renate Hinterndorfer

Debatte um Kauf des Raiffeisen-Hauses. VP und SP sprachen sich für den Erwerb aus. Einwände gab es von der Liste Kisser, weil Nutzung noch unklar ist.

 |  NOEN, Raiffeisen

Soll die Gemeinde die ehemalige Raiffeisenbank kaufen? Diese Frage wurde am Dienstag im Gemeinderat intensiv diskutiert. Wie berichtet wurde die Bankfiliale Ende Dezember geschlossen.

„Ich habe mit Raiffeisen längere Verhandlungen gehabt. Der Preis für das Haus wurde von 345.000 auf 280.000 Euro gesenkt. Es wäre wichtig, dass wir uns diese Platzreserve im Zentrum für eine kommunale Einrichtung sichern“, betonte Bürgermeisterin Katharina Wolk (VP).

Folgekosten wären noch unklar

Seitens der Unabhängigen Liste Kisser wurden einige Zweifel laut. Gemeinderat Ralph Heger: „Im Prinzip ist es eine gute Sache zu sagen, wir tun etwas für die Ortskernbelebung. Aber es ist auch unsere Aufgabe mit Steuergeld sorgsam umzugehen. Da habe ich noch ein bissl Bauchweh.“ Mit dem Kauf des Hauses sei es ja nicht getan, man wisse nicht, welche Folgekosten entstehen, weil noch unklar ist, wie das Haus genützt wird. Zu viele Faktoren seien noch unklar.

Die Bürgermeisterin wunderte sich über die Einwände: „Der Betrag ist im Voranschlag vorgesehen, da haben alle Parteien mitgestimmt. Und 280.000 Euro sind nicht so eine große Ausgabe.“  Eine Platzreserve sei wichtig: „Es ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Wir brauchen eine Kleinkinderbetreuung, der Kindergarten wird eng, wir haben keinen Platz für eine neue Schule. Vielleicht brauchen wir die Räume auch für einen Arzt. Und die Wohnung oben ist schnell vermietet.“ Die Gemeinde habe schon öfter ein Haus kaufen wollen, das dann aber nicht getan: „Nachher haben wir uns geärgert.“

Zu Ralf Hegers Überlegung, ob man das Untergeschoß auf Wohnungen für Flüchtlinge umbauen solle erklärte Katharina Wolk: „Wir wollen das Haus als Kommune nutzen und nicht Flüchtlinge reinsetzen.“

Keine Wohnungen für Flüchtlinge

Gemeinderat Josef Fritz (VP) betonte, dass das Gebäude in einem sehr guten Zustand sei: „Wir haben uns das Haus von oben bis unten angeschaut, es wurde 2007 renoviert. Dach und Fassade sind neu. Es wäre uns ein Bedürfnis das Haus zu kaufen. 280.000 Euro sind viel Geld, aber es ist auch eine Anlage.“

Zustimmung kam von der SPÖ: „Wir brauchen das Haus ganz bestimmt. Und eine Immobilie ist eine Wertanlage“, sagte Gemeinderätin Karoline Sulak.

Schweren Herzens stimmte schließlich auch die Liste Kisser dem Hauskauf zu. Der Beschluss war also einstimmig.