Erstellt am 22. März 2016, 04:54

von Renate Hinterndorfer

Drei Bürger bei Bürgerinfo. Präsentation der Pläne zum Rathaus-Umbau fand im fast leeren Lengenbacher Saal statt.

Gähnende Leere herrschte im Lengenbacher Saal: Die Präsentation des geplanten Rathaus-Umbaus lockte nur wenige Zuhörer an.  |  NOEN, Hinterndorfer

Parkplatzmangel herrscht normalerweise im Ortszentrum, wenn im Lengengbacher Saal eine Veranstaltung stattfindet. Am Freitag gab es genug Parkplätze: Gezählte drei interessierte Bürger, eine Gemeindebedienstete, Stadtamtsdirektor Leopold Ott und fünf Gemeindepolitiker kamen als Zuhörer zur Bürgerinformation zum geplanten barrierefreien Umbau des Rathauses.

„Da brauche ich kein Mikrofon“,

„Da brauche ich kein Mikrofon“, überlegte Bürgermeister Franz Wohlmuth, bevor er mit seinen Ausführungen begann. Wohlmuth wies auf die Entwicklung der Stadt, die steigenden Einwohnerzahlen und die Notwendigkeit eines Umbaus hin: „Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Verbesserung des Bürgerservice.“ Wie berichtet entstehen eine neue Bauabteilung auf einer Ebene, neue Besprechungs- und Archivräume und ein multifunktionaler Saal. Das Standesamt wird neben dem Bürgerservicem angesiedelt. Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt liegt bei 1,7 Millionen Euro. Wie Stadtrat Josef Fischer ausführte, habe man anfangs überlegt, den benachbarten Lengenbacher Saal in den Umbau einzubeziehen.„Das war aber aus finanziellen Gründen gleich vom Tisch.“

Baumeister Manfred Korntheuer präsentierte Details zum Umbau, anschließend wurden Fragen beantwortet. SP-Gemeinderätin Brigitte Kos wollte wissen, warum das Behinderten-WC ins Untergeschoß kommt: „Konnte man das nicht anders lösen?“ Antwort von Josef Fischer: „Technisch ist alles möglich, aber wir müssen auf die Kosten schauen.“

Zuhörer Georg Arnold wollte wissen, welche Kosten die Einbindung des Lengenbacher Saales verursacht hätte. Das habe man nicht genau errechnet, wäre aber auf jeden Fall zu teuer, so Fischer. Auf die Frage, mit welcher Auslastung im neuen Saal gerechnet wird, erklärte der SP-Stadtrat: „Das liegt an uns. Es werden alle Gemeinderatssitzungen, Bürgermeister-Empfänge und Babyparties im neuen Saal stattfinden.“ Bürgermeister Franz Wohlmuth ergänzte, dass auch Sitzungen der Leaderregion oder Veranstaltungen wie der Fahrplandialog im neuen Saal stattfinden können: „Wir sind derzeit die größte Stadt im Bezirk St. Pölten und haben für derartige Termine keinen adäquaten Saal.“

Im neuen Mehrzwecksaal sollen auch größere Trauungen stattfinden. Kleine Hochzeiten werden nach wie vor im bestehenden Trauungssaal gefeiert werden. Man baue den neuen Saal auf jeden Fall nicht nur für die Gemeinderatssitzungen, wurde betont. Gerade für die diese Sitzungen bringe der Saal aber auch Vorteile: „Man braucht ja jede Menge Unterlagen. Jetzt im alten Rathaus ist das mühsam. Dann haben wir alles in einem Haus.“

Einmal mehr Kritik von den Grünen

Kritische Töne zu dem Projekt kamen einmal mehr von den Grünen. Gemeinderätin Michaela Rauschka kritisierte, dass im Rathaus ein neuer Saal errichtet und gleichzeitig in den Lengenbacher Saal weiter Geld investiert wird. Auch die Lösung mit Standesamt und Trauungssaal findet sie nicht optimal. Den Grünen ist das Projekt insgesmat zu teuer.

Stadtrat Josef Fischer erklärte, dass man etwas investieren müsse und die Gemeinde sich das Projekt leisten könne. Michaela Rauschka: „Die Frage ist nur, was wir uns dann nicht mehr leisten können.“