Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:48

von Renate Hinterndorfer

Drogenkranke in Kaserne. Derzeit werden drei Asylwerber mit Suchterkrankung betreut. FP-Chef Peter Matzel ist sauer, auch bei der VP hält sich die Begeisterung in Grenzen.

 |  NOEN, Hinterndorfer

Dass in der ehemaligen Custozza-Kaserne drei Asylwerber mit Suchterkrankung untergebracht sind, sorgt für Diskussionsstoff.

FP-Chef Peter Matzel fragt sich, wie die Sicherheit der Neulengbacher Bevölkerung garantiert werden kann. „Wir wollen keine Panik machen, aber klarerweise gibt es viele Bedenken seitens der Bevölkerung.“ Die Stadtgemeinde müsse sich auf die Füße stellen, fordert Matzel. „Was mich ärgert ist, dass die Menschen immer angelogen werden. Es wird alles schöngeredet“, so Peter Matzel.

Bürgermeister Franz Wohlmuth findet es befremdend, dass das Asylrecht für Drogenabhängige zuständig ist: „Kriegsflüchtlinge und Drogen, das passt nicht ganz zusammen. Die Ängste der Menschen sind verständlich.“

„Die Ängste sind verständlich“

Die zuständige VP-Stadträtin Maria Rigler zeigt sich auch nicht gerade begeistert, dass drogenabhängige Flüchtlinge in Neulengbach untergebracht sind: „Aber die Diakonie ist eine hochprofessionelle Einrichtung, und ich vertraue auf die professionelle Betreuung der Diakonie.“ Die Gemeinde habe keinen Einfluss, welche Flüchtlinge in die ehemalige Kaserne kommen: „Es gibt einen Vertrag zwischen Land und Diakonie. Wir können das nur beobachten und schauen, dass nichts passiert.“

Roberta Rastl, Pressesprecherin der Diakonie, betont, dass die Flüchtlinge von geschultem Personal betreut werden: „Wir sind befähigt, Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen zu versorgen, und Menschen mit Suchterkrankungen gehören da dazu. Die Leute werden entsprechend betreut und bekommen Drogenersatzprodukte.“

„Das ist eine Herausforderung,
die es zu bewältigen gilt.“

Dass es in der Bevölkerung Verunsicherung gibt, ist auch der Diakonie-Vertreterin klar: „Wir verstehen die Ängste. Wir wissen, dass die Leute so etwas erschreckt, aber wenn man damit richtig umgeht, muss man keine Angst haben.“ Die Situation sei nicht schwierig: „Das ist eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt.“ Drei klinische und Gesundheitspsychologinnen und eine diplomierte Krankenpflegerin sind in der Flüchtlingsunterkunft im Einsatz. Insgesamt sind laut Roberta Rastl 15 Mitarbeiter zur Flüchtlingsbetreuung vor Ort.