Erstellt am 17. November 2015, 03:18

von Andrea Stoiser

Fahrplan-Umstellung bringt Änderungen für Pendler. Ein Fahrplan, den sich jeder leicht merken kann, der aber trotzdem nicht jedem eine Freude macht, erwartet die Bahnfahrer auf der alten Westbahnstrecke.

Ein Halbstundentakt, längere Fahrzeiten zwischen St. Pölten und Wien aber schnellere Anbindung zum Flughafen erwartet die Bahnfahrer. Foto: privat  |  NOEN, privat
Ein regelmäßiger Halbstundentakt, aber längere Fahrzeiten für die Pendler auf der alten Westbahn - das ist kurz zusammengefasst das Ergebnis des neuen Fahrplanes, der mit 13. Dezember in Kraft tritt.

Wartezeiten und Fahrzeitverlängerung

Der REX (Regionalexpress) verkehrt halbstündlich zwischen Wien Westbahnhof und St. Pölten, wobei sich in Richtung St. Pölten in den Abendstunden bei manchen Zügen durch eine längere Stehzeit in Neulengbach die Fahrzeit um zehn Minuten verlängert.

Es verkehrt nun stündlich eine Schnellbahn, die in jedem Bahnhof hält, zwischen Wien Westbahnhof und Neulengbach Bahnhof. Beim Umsteigen in Neulengbach von der Schnellbahn in den REX Richtung St. Pölten kommt es zu Wartezeiten von neun Minuten.

Gleichzeitig kommt es durch öfteres Halten des REX zu einer Fahrzeitverlängerung von 10 Minuten Richtung St. Pölten und 11 Minuten Richtung Wien. Um den Anschluss zum Railjet in St. Pölten herzustellen, haben die stündlich verlangten Regionalexpress-Züge in St.Pölten nochmals zwölf Minuten Aufenthalt.

Tunnel und Leitungen werden saniert

Zwischen 15. Februar und 4. September sorgen umfangreiche Arbeiten für Behinderungen. Neben der Generalsanierung der beiden Eisenbahntunnel in Rekawinkel, werden auch die Oberleitungen zwischen Rekawinkel und Neulengbach und die Gleise im Bereich des „Eichgrabener Bogens“ saniert.

Von Mitte Februar bis Mitte Juni wird der Betrieb zwischen Rekawinkel und Hutten eingleisig geführt. Einzelne Züge werden zwischen Rekawinkel und Neulengbach im Schienenersatzverkehr geführt. Vom 20. Juni bis 4. September wird die Strecke komplett gesperrt und im Schienenersatzverkehr geführt.

Für alle Pendler, die mit dem Intercity zwischen St. Pölten und Wien Westbahnhof pendeln gibt es eine gravierende Änderung: Der Intercity fährt ab 13. Dezember nur noch den Hauptbahnhof und nicht mehr den Westbahnhof an. Wer von St. Pölten schnell zum Westbahnhof will, muss mit der „Westbahn“ fahren - die bleibt dem Westbahnhof weiter treu.

Schnelle Verbindung zum Flughafen

Positiv für die Region Tulln, Neulengbach und St. Pölten ist, dass es nun auf der neuen Westbahnstrecke über das Tullnerfeld zwischen 6 Uhr und ca. 22.30 Uhr eine direkte stündliche schnelle Verbindung zum Flughafen gibt, wobei die Zustiegsmöglichkeit am Bahnhof Tullnerfeld in günstiger Nähe für den Raum Neulengbach liegt.

Die Fahrzeit von Tullnerfeld zum Flughafen beträgt nur 44 Minuten. Der Wermutstropfen: Im Verspätungsfall muss der Zug in Wien Hauptbahnhof wenden und fährt nicht bis zum Flughafen. Die Pendler müssen sich dann nach einer anderen Möglichkeit umschauen, um zum Flughafen zu kommen.

Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch zeigt sich insgesamt mit dem neuen Fahrplan zufrieden: „Die exakte Taktung der Rex Züge ist ein langjähriger Wunsch unserer Pendlerinnen und Pendler und die neue Schnellbahn ist ein zusätzliches Angebot. Mit dem neuen Fahrplan und der Sanierung der Westbahnstrecke wird die Bahnanbindung der ganzen Region nachhaltig verbessert.“

Die Sanierungsarbeiten seien natürlich nicht angenehm, sichern aber die langfristige Benutzbarkeit der Westbahn. „Für uns ist sie überdies mit dem Vorteil verbunden, dass damit unser Bahnhof in Eichgraben frühzeitig saniert wird.“ Im Gemeindezentrum Eichgraben findet 22. Jänner eine Informationsveranstaltung mit den ÖBB statt.