Erstellt am 28. Januar 2016, 05:53

von Renate Hinterndorfer

Fest mit den Flüchtlingen. Anfang Dezember sind die ersten Asylwerber in der alten Custozza Kaserne eingezogen. Das "Kennenlernfest" am Donnerstag war gut besucht.

Ein Willkommensfest wurde in der Asylwerberunterkunft in der ehemaligen Custozza Kaserne gefeiert. Im Bild die Betreuerinnen Vanessa Appenzeller und Michaela Eberhard mit einem Teil der insgesamt 90 Asylwerber.  |  NOEN, Hinterndorfer

Sie haben Essen gekocht und ein tolles Buffet hergerichtet: In der Asylwerberunterkunft in der ehemaligen Custozza-Kaserne wurde am Donnerstag ein Kennenlernfest gefeiert. Nachbarn, Helfer, Gemeindepolitiker, Vertreter von Vereinen und Institutionen waren eingeladen. Es wurde gesungen, getrommelt, getanzt, gemeinsam gegessen und informiert.

Die Flüchtlingskinder haben Willkommens-Plakate gezeichnet, die Erwachsenen „Am 2. Dezember haben wir mit 27 Leuten begonnen, da war hier noch eine Baustelle, da wurden gerade die Türstöcke eingebaut“, berichtete Judith Voglsinger, die Leiterin der Unterkunft. Jetzt ist alles eingerichtet.

20 neue Asylwerber sind am Mittwoch angekommen, insgesamt leben jetzt 90 Asylwerber, 70 davon im Familienverband, aus neun verschiedenen Ländern in der Unterkunft. Betreut werden sie vom Flüchtlingsdienst der Diakonie. Judith Voglsinger ist mit dem Projekt sehr zufrieden: „Es funktioniert sehr gut, die Leute sind in Familienzimmern untergebracht, sie kochen alle selbst und übernehmen Putzdienste. Und unser Team ist mittlerweile gut eingespielt.“ Zwölf Betreuer und ein Hausarbeiter sind im Einsatz.

„In dem Haus herrscht Offenheit"

Stadträtin Maria Rigler betonte: „In dem Haus herrscht Offenheit und ich hoffe, dass es ein offenes Haus bleibt. Es ist ganz wichtig, sich gegenseitig kennenzulernen und Brücken zu schlagen zwischen den Nationalitäten. Gegenseitiges Verständnis ist wichtig für ein gutes Miteinander.“

Besonderer Dank ging beim Willkommensfest an die ehrenamtlichen Helfer: „Ich möchte mich bei allen freiwilligen Helfern bedanken, die uns von Beginn an geholfen haben, beim Aufräumen, beim Bettenaufstellen, mit Zeit- und Sachspenden“, betonte Judith Voglsinger. Auf die Frage was noch benötigt wird, erklärt sie: „Was wir dringend brauchen, sind Dolmetscher.“
An Sachspenden sind Töpfe und Pfannen und Kinderbekleidung willkommen: Auch Monatstickets für die Bahn sind gefragt, etwa für Arztbesuche.

Aufgeräumt wurde auch mit einer Falschinformation: „Manche Leute glauben, die Flüchtlinge bekommen 1500 Euro“, so Stadträtin Rigler. Tatsächlich sind es 5,50 pro Person und Tag.