Erstellt am 20. November 2015, 04:03

von Daniel Lohninger

Grauer Star wird am häufigsten operiert. Bis zu 50 Patienten pro Tag hat die Augen-Tagesklinik – die meisten davon sind über 75 Jahre alt.

Margit Gettinger wurde in der Augen-Tagesklinik operiert, Esther Buchegger und Oberarzt Wolfgang Till machten sich danach ein Bild vom Gesundheitszustand der Patientin. Foto: LK-Holding  |  NOEN, LK-Holding
Fünf Jahre ist es her, dass die Augen-Tagesklinik im St. Pöltner Krankenhaus eröffnet wurde. Die Idee dahinter war, dass Aufnahme, Operation und Entlassung an einem Tag einerseits patientenfreundlicher sind, andererseits Kosten sparen. Die Zuweisung erfolgt über den niedergelassenen Facharzt.

2.500 Katarakt-Operationen im Vorjahr

Das Angebot habe sich bewährt, zieht Primar Armin Ettl von der Klinischen Abteilung für Augenheilkunde am Universitätsklinikum eine erste Bilanz: „Wir betreuen hier bis zu 50 Patienten am Tag, Tendenz steigend.“

Häufigste Ursache für medizinische Eingriffe in der Tagesklinik ist der Graue Star – im Vorjahr wurden hier mehr als 2.500 Katarakt-Operationen durchgeführt.

Auch bei Margit Gettinger, die in der Vorwoche operiert wurde. „Laut Auskunft meiner Ärzte werde ich in Zukunft sogar auf eine Gleitsichtbrille verzichten können, eine Lesebrille wird ausreichen“, freut sich die Patientin.

Betten gibt es keine – nur Sitzwagerl

Ein Großteil der Patienten in der Tagesklinik ist über 75 Jahre alt. Ist nicht mit Komplikationen zu rechnen, dürfen die Patienten bereits am Nachmittag nach Hause – vorausgesetzt, es ist nach der Operation jemand zuhause. Betten gibt es keine, nur Sitzwagerl.

„Studien belegen, dass Menschen, die körperlich relativ fit sind und in einem Krankenhaus-Bett liegen, sich kränker fühlen, als jene, die sitzen“, erklärt Esther Buchegger, die pflegerische Stationsleiterin der Augen-Tagesklinik.

Sollte sich nach der Operation herausstellen, dass eine weitere Beobachtung notwendig ist, werden die Patienten auf der Fachabteilung stationär aufgenommen.