Erstellt am 16. Februar 2016, 05:39

von Birgit Kindler

Heiße Debatte um Neubau. Die Frage, ob drei oder vier Gruppen errichtet werden, erhitzte im Gemeinderat die Gemüter. Die Sitzung musste sogar unterbrochen werden. Das Ergebnis ist ein Kompromiss.

So soll der fertige Kindergarten in Altlengbach aussehen. SP und VP Gemeinderäte entschieden sich für die Variante der Firma Neukom aus Neulengbach.  |  NOEN, Neukom

Für eine heftige und sehr emotionale Debatte sorgte einmal mehr der Kindergarten-Neubau bei der Gemeinderatssitzung. Thema der hitzigen Debatte war, ob nur drei Gruppen oder gleich vier errichtet werden sollen.

Die SP unter Vizebürgermeister Wolfgang Luftensteiner bevorzugt die dreigruppige Variante, anstatt der vierten Gruppe soll eine überdachte Spielfläche errichtet werden. „Meine Bevölkerungsprognose hat mir niemand wiederlegt. Wir sind in den letzten 15 Jahren nur um 0,14 Prozent gewachsen“, erklärt Luftensteiner. Selbst wenn die Bevölkerung stärker wächst, werde man in den nächsten 20 Jahren noch keine vierte Gruppe benötigen. Auch das Land habe bis dato nur insgesamt sechs Gruppen für Altlengbach gefördert.

Ganz anders sieht das die VP. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir die vierte Gruppe brauchen werden, wenn alle geplanten Wohnprojekte in Altlengbach umgesetzt sind“, ist Bürgermeister Michael Göschelbauer überzeugt. Außerdem würden sich die Kosten, wenn man gleich eine vierte Gruppe baut, nicht maßgeblich erhöhen. „Und der erneute Umbau kostet auch Geld, da wird man sich nicht so viel ersparen können“, meint Göschelbauer. Die beiden Parteien blieben auf ihren verschiedenen Standpunkten, hitzige Wortgefechte waren die Folge. „Es wurde darum gekämpft, wer der Stärkere ist und es kam fast zu einem Bruch der Koalition“, berichtet FP-Gemeinderat Wilhelm Singer über die Lage.

Einigung auf einen Kompromiss

Um die Gemüter zu beruhigen, beantragte VP-Vizebürgermeister Daniel Kosak eine Sitzungsunterbrechung. Die Parteien berieten sich und die VP legte einen Kompromissvorschlag vor. „Beide Varianten werden ausgeschrieben und durchgerechnet. Sollten die Zusatzkosten für eine vierte Gruppe bei mehr als 120.000 Euro liegen, werden nur drei Gruppen gebaut. Wenn sie darunter liegen, werden gleich vier Gruppen errichtet“, so Göschelbauer. Der Umbau, der dann für die vierte Gruppe nötig sei, sei aber in der Summe noch nicht inkludiert.

Die VP und SP nahmen den Vorschlag an. „Mit diesem Kompromiss können wir leben,“ erklärten die Parteivertreter unisono. Froh darüber ist der Bürgermeister, „denn schließlich ist der Kindergarten-Neubau derzeit das wichtigste Projekt in der Gemeinde und durch den Kompromiss konnten wir die Abstimmung noch retten.“

„Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir die vierte Gruppe brauchen werden, wenn alle Wohnprojekte umgesetzt sind.“ Bürgermeister Michael Göschelbauer 

Dagegen stimmte der FP-Gemeinderat. „Es wurde ein undurchsichtiger Kompromiss ausgemauschelt“, so Singer, der für jene Variante mit drei Gruppen – und damit auf der Seite der SP – gewesen wäre.

Keine Diskussionen gab es hingegen bei der Variante, die gebaut werden soll. SP- und VP-Gemeinderäte entschieden sich für den Entwurf der Neukom aus Neulengbach und somit die erste Variante, die beim Infoabend vorgestellt wurde. Größter Unterschied ist das Pultdach.

Singer enthielt sich bei dieser Abstimmung der Stimme, er brachte einen Dringlichkeitsantrag ein und verlangte darin, wie schon beim Infoabend, dass die Bürger über beide Entwürfe abstimmen sollten. „Die Einwohner sollen über das Ortsbild entscheiden“, meinte Singer. Der Antrag wurde abgelehnt.

Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Euro, Einrichtung und Gartengestaltung sind enthalten.