Erstellt am 20. Januar 2016, 05:53

von Renate Hinterndorfer

Immobilien: Die Nachfrage ist groß. Speckgürtel dehnt sich immer mehr Richtung St. Pölten aus. Die Region Wienerwald ist als Wohngegend gefragt.

 |  NOEN

Immobilienmakler in der Region Wienerwald zeigen sich mit dem Geschäft im Jahr 2015 zufrieden und blicken auch optimistisch ins heurige Jahr. Entlang der Westbahnstrecke hat sich der Markt gut entwickelt. Dieser Trend dürfte anhalten: Nach den Erwartungen der Remax-Experten wird im Speckgürtel rund um Wien 2016 die Immobilien-Nachfrage um 1,8 Prozent und das Angebot um 1,1 Prozent steigen. Stefan Kagerer: „Der Speckgürtel dehnt sich immer mehr über die Region Wienerwald in Richtung St. Pölten aus und wird begünstigt durch die schnelle Bahnverbindung nach Wien und die Autobahnanbindung. Viele Wiener ziehen in die Region.“ Der Markt werde wachsen, gerade bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Remax-Geschäftsführer Wilhelm Fetscher ergänzt: „Viele sind bereit, ein paar Kilometer mehr zu fahren, um mehr Grün und mehr Grundfläche für oft deutlich weniger Geld zu bekommen.“

Nachfrage und Angebote werden steigen

Bei Remax rechnet man damit, dass die Immobilien-Nachfrage um 1,8 Prozent und das Angebot um 1,1 Prozent steigen werden. Eigentumswohnungen in besonders guten Lagen werden um bis zu 3,5 Prozent an Wert gewinnen. In schlechter erschlossenen Landgemeinden werden die Preise etwas nachgeben, so die Remax-Makler.

Zufrieden mit der Entwicklung zeigt man sich auch im Neulengbacher Immobilienbüro Mörtl: „2015 war der Immobilienmarkt extrem nachgefragt. Trotzdem kommt immer genug auf den Markt, etwa durch Erbschaften“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Mörtl. Auch er sieht das Jahr 2016 positiv. Besonders groß sei die Nachfrage für Einfamilienhäuser bis 350.000 Euro. Einen Mangel gibt es laut Mörtl bei guten, frei finanzierten Eigentumswohnungen im leistbaren Segment: „Nicht alle wollen eine Genossenschaftswohnung. Es gibt immer wieder ältere Leute, die aus ihrem Einfamilienhaus in eine Eigentumswohnung ziehen wollen. Aber das lässt sich mangels Angebot nicht verwirklichen.“ Auch bei leistbaren Baugründen ortet Wolfgang Mörtl – gerade in zentralen Lagen – einen Mangel.

Das Gebiet ab Pressbaum in Richtung Westen sei verglichen mit den Preisen im Norden von Wien bei den Grundstückspreisen noch unterbewertet: „Da kann es zu Aufwertungen kommen.“

Was man beobachten müsse sei die weitere Entwicklung im öffentlichen Verkehr: „Durch den Vollausbau der Hochleistungsstrecke und den schnellen Anschluss an Wien ist St. Pölten deutlich aufgewertet. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Zugplan in der Region verschlechtert.“