Erstellt am 28. September 2015, 15:32

von Ernst Klement

"Zu viele Asylwerber". FPÖ Innermanzing kritisiert, dass die Ausländerquote im Ort zu hoch sei. Von Anrainern gibt es Beschwerden wegen Lärmbelästigung bei der neuen Unterkunft.

Fritz Brauner ist Spitzenkandidat der FPÖ Innermanzing.  |  NOEN, Klement

In der Gemeinderatssitzung wollte FPÖ-Gemeinderat Fritz Brauner Auskunft über jene 17 Asylwerber, die in der Gemeinde von einer Privatperson aufgenommen wurden. „Ich habe gehört, dass 17 Wohlstandszuwanderer nach Innermanzing gekommen sind, warum wurde der Gemeinderat nicht informiert?“, so Brauner.

Für seine Wortwahl gab es Kritik. Gemeinderätin Sabine Nowotny (ÖVP) forderte den FPÖ- Gemeinderat auf, das Wort Wohlstandszuwanderer sofort zurückzunehmen.

Brauner betont: „Ich mache mir Sorgen. Unser Ort hat die Quote bereits überübererfüllt. 33 Asylwerber im Gasthaus Hellmuth und 17 Asylwerber im Privatquartier sind 50 Asylwerber. Wir haben 1.500 Einwohner, damit liegen wir weit über der Quote von 1,5 Prozent.“

Quartier für 17 Personen

Wie in der Vorwoche berichtet hat der Innermanzinger Geschäftsmann Christoph Bösch privat eine Hilfsaktion gestartet: „Als ich dieses enorme Flüchtlingsdrama gesehen habe, musste ich helfen.“ Jetzt bietet er 17 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf.

Es gibt allerdings Proteste von Anrainern rund um das Privatquartier: Einige Nachbarn beschwerten sich am Gemeindeamt und auch gegenüber der NÖN, dass die Asylwerber zu laut seien.

„Man darf unangenehme Fakten 
auch nicht verschweigen.“
Fritz Brauner, FPÖ

Christoph Bösch sagt zu den Beschwerden puncto Lärm: „Ich nehme es nicht als laut wahr, aber ein jeder hat ein anderes Verständnis von Lautstärke. Manche fühlen sich schon gestört, wenn Kinder im Garten spielen.“

FPÖ-Gemeinderat Fritz Brauner hat Verständnis für die Anrainerbeschwerden: „Wenn du aufwachst und rundherum hörst du nur mehr Arabisch, führt das zu einem Unbehagen. Man darf unangenehme Fakten auch nicht verschweigen. Natürlich gibt es viele echte Asylanten, die Schutz brauchen, aber in diesem Flüchtlingsstrom sind auch Wirtschaftsflüchtlinge. Ein Syrer verdient in seiner Heimat 150 Euro, in Europa das Zehnfache. Natürlich ist es verlockend nach Europa zu kommen. Daher haben die Österreicher auch Angst, ihre Arbeitsplätze zu verlieren.“ Die Sorgen der Bevölkerung müsse man ernst nehmen.