Erstellt am 06. Oktober 2015, 06:32

von Renate Hinterndorfer

Kaserne für Flüchtlinge?. Im Gespräch / Verletzte oder behinderte Menschen könnten in Custozzakaserne untergebracht werden. Stadtgemeinde setzt auf Einbindung der Bevölkerung. NEULENGBACH / Die aufgelassene Custozzakaserne ist als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft im Gespräch.

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Die aufgelassene Custozzakaserne ist als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. „Es gibt eine Anfrage seitens der Diakonie“, bestätigte Bürgermeister Franz Wohlmuth auf Anfrage der NÖN.

Suche nach Liegenschaft läuft schon länger an

Stadträtin Maria Rigler ergänzt: „Der Diakonie Flüchtlingsdienst ist seit Längerem auf der Suche nach einer Liegenschaft, die auch für Menschen mit Behinderungen geeignet ist und barrierefreie Zugänge hat. Die Anlage würde diese Voraussetzung gut erfüllen. Die Diakonie nahm bereits Verhandlungen mit dem Besitzer auf.“ Die Kaserne ist seit einigen Jahren in Privateigentum.

Christoph Riedl, der Geschäftsführer des Diakonie Flüchtlingsdienstes erklärt: „Wir freuen uns, wenn wir nun auch in Neulengbach schutzsuchenden Menschen, insbesondere auch solchen, die aufgrund von Verletzungen und Behinderungen einen erhöhten Betreuungsbedarf haben, eine gute Betreuungsstruktur zur Verfügung stellen könnten. Es ist uns wichtig, dass dies in enger Kooperation mit der Stadtgemeinde Neulengbach und der Bevölkerung geschieht.“ Für die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sei ein erhöhter Einsatz von Pflegepersonal, Sozialarbeiten, Haustechnikern und Verwaltungspersonal vorgesehen.

Stadträtin Maria Rigler betont, dass sie großen Wert auf die Einbeziehung der Bevölkerung legt, „um bereits vorhandene Hilfsangebote in Neulengbach zu nutzen, die Bevölkerung zu informieren und eventuelle Vorbehalte zu diskutieren, sobald seitens der Diakonie konkretere Informationen vorliegen.“

Anzahl der Flüchtlinge noch nicht bekannt

Wie viele Flüchtlinge kommen könnten, ist noch nicht bekannt. Die Stadtgemeinde Neulengbach hat vorbereitend bereits Initiativen gesetzt, damit Hilfsangebote der Neulengbacher Bevölkerung koordiniert werden können. Interessierte können sich auf der Website der Stadtgemeinde Neulengbach www.neulengbach.gv.at über das Asylthema informieren.

„Ob es einem persönlich gefällt oder nicht, man hat gegenüber den Menschen und gegenüber den anderen Gemeinden die Verpflichtung, zu helfen." Bürgermeister Franz Wohlmuth

Für Bürgermeister Franz Wohlmuth ist klar, dass man sich nicht davor drücken kann, Flüchtlinge aufzunehmen: „Man weiß, was sich europaweit und österreichweit tut und welche Flüchtlingsbewegung es gibt.

Die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen müsse aber in einem für die Bevölkerung verträglichen Ausmaß erfolgen. Auf die Frage, welche Zahl für Neulengbach vertretbar ist, antwortet Wohlmuth: „Vertretbar ist die Quote von 1,5 Prozent der Bevölkerung, die auch vom Bund angedacht ist. Das ist eine Größenordnung, mit der man leben können muss.“

In Neulengbach haben sich mittlerweile mehrere Privatpersonen gefunden, die Quartiere für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt haben: Etwa 15 Personen sind privat untergebracht.