Erstellt am 05. April 2016, 07:34

von Renate Hinterndorfer und Jutta Streimelweger

Kastrationspflicht: "Eine Schnapsidee". Auch Bauernhofkatzen müssen kastriert werden. Die Meinungen sind geteilt. REGION WIENERWALD / 

 |  NOEN, Foto: Ermolaev Alexander/ Shutterstock.com

Seit 1. April gibt es die Kastrationspflicht für Katzen in bäuerlicher Haltung. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Streunerkatzenpopulation nachhaltig und auf humane Weise unter Kontrolle zu bringen, so Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser.

„Das ist eine Schnapsidee“, sagt hingegen der Neulengbacher Bürgermeister Franz Wohlmuth, selbst pensionierter Landwirt: „Katzen sind am Hof unterwegs und sorgen dafür, dass das Ungeziefer nicht überhand nimmt. Sie sind eher Nutztiere und sind ja oft gar nicht greifbar.“ Die Kastrationspflicht gehört für Wohlmuth eher in die Kategorie Aprilscherz: „Das ist eine lächerliche Geschichte. Aber es kann gern jemand kommen und die Katzen einfangen. Da wünsch ich viel Erfolg und schönes Wetter.“

Bauernbund-Bezirksobmann Anton Hieger schlägt in dieselbe Kerbe: „Man muss die Tiere einmal einfangen, um sie zu kastrieren. Der Bauer sieht die Katzen vielleicht ein bis zwei Mal am Tag – anfassen lassen sie sich nicht.“ Hieger gibt zu bedenken: „Die Leute wollen immer einen natürlichen Bauernhof – ich denke, dass eine Kastrationspflicht dazu einen Widerspruch darstellt. Generell verschwinden die Bauernhofkatzen eher und eine Kastrationspflicht würde dazu beitragen.“

Kastration gegen Vermehrung

Der St. Pöltner Tierheimleiter Davor Stojanovic hingegen begrüßt die Gesetzesänderung sehr: „Das ist ein Meilenstein.“ Die Gesetzesänderung werde nicht nur eine Kontrolle der Vermehrung, sondern auch der Gesundheit ermöglichen: „Wir bekommen vermehrt Katzenbabys, die ausgesetzt wurden. Eine Geburtenkontrolle ist wichtig.“ Tierelend zu verringern sei nicht nur ein Tierschutzthema, sondern betreffe auch die einzelnen Bürger. Seitens des Landes gebe es Unterstützungen bei Kastrationsaktionen.

Ebenfalls Befürworter der Kastrationspflicht ist Bezirksjägermeister Johannes Schiesser: „Katzen sind Beutegreifer für Vögel und junge Säugetiere.“ Außerdem vermehren sich die Vierbeiner rasend schnell: „Daher ist ich eine Eindämmung der Vermehrung zu begrüßen.“