Erstellt am 26. Januar 2016, 05:03

von Renate Hinterndorfer

Soziale Verantwortung. Renate Hinterndorfer über die Debatte um Flüchtlingsquartiere.

Um die Unterbringung von zehn minderjährigen Flüchtlingen ist in Neulengbach eine Debatte entbrannt. Die Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie will Raum und Betreuung in einem Haus in der Schlossberggasse bieten. Die Gemeindespitze sagt „Stopp“, was empörte Reaktionen zur Folge hat.

Etwa 150 Asylwerber sind derzeit in der Stadtgemeinde Neulengbach daheim. Das sei vorläufig genug, sagt VP-Stadträtin Maria Rigler, man müsse jetzt einmal dafür Sorge tragen, dass die Integration dieser Menschen funktioniert. Auf zehn Flüchtlinge mehr oder weniger komme es nicht an, gerade ein Jugendprojekt sei enorm wichtig, sagen Befürworter.

Beide Positionen sind verständlich. Etwas überzogen ist der Vorwurf, dass jeder, der sich gegen das Projekt stelle, den Ernst der Lage nicht begreife und sich der sozialen Verantwortung nicht bewusst sei. Denn die Gemeinde tut ja etwas für Flüchtlinge. Und sie signalisiert immerhin Gesprächsbereitschaft, wenn die aktuellen Projekte gut angelaufen sind.