Erstellt am 24. Mai 2016, 05:49

von Renate Hinterndorfer

Zum Handkuss gekommen. Renate Hinterndorfer über den Streit um weitere Flüchtlinge in Neulengbach.

Ein Aushang in einem Schaukasten sorgt derzeit in Neulengbach für Gesprächsstoff: "Hier entsteht eine Wohngruppe für 10 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF)."  Der Haken an der Sache: Es gibt keine Genehmigung für diese Einrichtung. Die Gesellschaft für Ganzheitliche Förderung und Therapie (GFGF), die das Projekt starten will, hat sich mit dem Aushang keinen guten Dienst getan. Die Gemeindespitze ist jetzt ziemlich sauer: Man will keine zusätzlichen Flüchtlinge, man wolle sich um die Integration der bereits hier lebenden Asylsuchenden kümmern, die Ankündigung sorge nur für Verunsicherung, kritisiert Stadträtin Maria Rigler.

Die GFGF hat in der Zwischenzeit drei jugendliche Flüchtlinge „privat“ aufgenommen, weil ja Platz in dem Haus ist, so das Argument. Auf Intervention der Gemeinde wurden die Asylwerber am nächsten Tag wieder abgeholt. Reibereien zwischen Gemeinde und GFGF mag es geben. Unterschiedliche Positionen sind legitim. Aber dass der Streit auf dem Rücken junger Flüchtlinge ausgetragen wird ist nicht in Ordnung.