Erstellt am 14. September 2015, 16:12

von Beate Riedl

Borkenkäfer richtet großen Schaden an. Vor allem Fichten werden von dem Schädling zerstört. Befallene Bäume müssen sofort entfernt werden.

Die Larvengänge des Borkenkäfers zerstören den Baum.  |  NOEN, Weingartner
Badbetreiber, Sonnenanbeter und Wasserratten jubelten über die Hitze in diesem Sommer, Landwirte zeigten sich allerdings über Ernteeinbußen und die Trockenheit auf ihren Wiesen besorgt. Jetzt gibt es auch noch Probleme im Wald, denn der Borkenkäfer richtet große Schäden an.

"Sommerhitze verschärft Problematik"

Heinz Piglmann von der Forstinspektion der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten dazu: „Mit zunehmender Sommerhitze hat sich heuer die Problematik von käferbefallenen Nadelbäumen in ganz Niederösterreich und auch im Bezirk St. Pölten aufgebaut. Derzeit nimmt dieses Thema bereits bedrohliche Größen an, da bei einem warmen Herbst und milden Winter der größte Teil dieser Insekten gut ins nächste Jahr kommen wird.“

Betroffen seien vor allem Nadelbäume, auch in der Region Wienerwald, allen voran die Fichte, die vom Buchdrucker und dem Kupferstecher, zwei Borkenkäferarten, zerstört werden. Diese winzigkleinen Insekten – sie sind zwischen zwei und acht Millimeter groß – bohren sich durch die Rinde von Bäumen und zerstören dort durch den Fraß der Larven und Käfer das für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe. In den meisten Fällen sterben Bäume, die von Borkenkäfern erfolgreich besiedelt wurden, innerhalb kurzer Zeit ab.

Vorallem Nadelbäume betroffen

Harald Pernkopf vom Biosphärenpark Wienerwald dazu: „Auch im Wienerwald muss die Entwicklung vor Ort beobachtet werden, betroffen sind Nadelbäume, insbesondere die Fichte.“ Nicht aus den Augen sollte man jedoch auch die Kiefer verlieren. „Das Forstpersonal ist täglich in den Wäldern unterwegs, so können befallene Bäume möglichst schnell erkannt und entfernt und brutuntauglich gemacht werden. Eine Beobachtung der Käfer-Bestände mit Hilfe von Lockstofffallen ist zweckmäßig, unter Umständen die Vorlage von Fangbäumen notwendig“, sagt Pernkopf.

Käferbäume sind erkennbar durch Einbohrlöcher, Bohrmehl, Verfärbung der Nadeln und das Ablösen von Rindenstücken im oberen Teil der Bäume. Nicht rechtzeitig beseitigte Käferbäume bzw. befallenes Wipfel- oder Astmaterial können zu einer sehr raschen und explosionsartigen Vermehrung der Borkenkäfer führen.
„Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist für 2016 bereits jetzt mit zumindest großen Schäden an den Nadelbaumbeständen zu rechnen“, so Piglmann abschließend.