Erstellt am 10. November 2015, 05:02

von Beate Steiner

Kurt Mündl in St. Pölten. Megaplex-Erweiterung / Österreichs bekanntester Dokumentarfilmer ist mit seiner Produktionsfirma von Neulengbach in die Landeshauptstadt übersiedelt. NEULENGBACH, ST. PÖLTEN / Wie an einem überdimensionalen Salzstangerl knabbert der putzige Fischotter

Das Team von Power of Earth: Oliver Schwinn, Kurt Mündl, Gabriele Prammer und Franz Cee (v. l.).  |  NOEN, zVg

Wie an einem überdimensionalen Salzstangerl knabbert der putzige Fischotter an der Schlange zwischen seinen Vorderpfoten — auf dem Bildschirm in den Studios von „Power of Earth“. „Das ist zwar nicht die Hauptnahrung des Otters, aber wenn grad kein Fisch da ist, schmeckt ihm die Schlange doch,“ erklärt dazu Kurt Mündl.

 „Da ist Kino, da gehören wir hin!“

Österreichs bekanntester Naturfilmer ist gerade in den „Endwehen“ zum Film „Vipernbiss & Natternhemd“ über den „Mythos Schlange“, die erste Produktion, die er in St. Pölten fertigt. Denn Mündls Produktionsfirma ist von Neulengbach nach St. Pölten übersiedelt, in eigens errichtete Räumlichkeiten im „Hollywood Megaplex“: „Da ist Kino, da gehören wir hin!“ Vor allem ist hier wirkliches lizenziertes IMAX-Kino mit gekrümmter Leinwand, über die Mündls 3D-Filme flimmern werden. Einer dieser technisch aufwendigen Filme wird derzeit gerade in Niederösterreich gedreht, er kommt in einem Jahr in die Kinos — mehr wird dazu noch nicht verraten.

Schon im März fertig ist eine „Power-of-Earth“-Dokumentation zum Jubiläum „30 Jahre Landeshauptstadt“, die erzählt, wie sich die St. Pöltner seit den jungsteinzeitlichen Mammutjägern entwickelt haben. Und der putzige Fischotter ist auch schon demnächst auf dem TV-Schirm in der Sendereihe Universum zu sehen.

43 Dokumentationen hat Kurt Mündl seit den 1990er-Jahren dafür gedreht, viele sind dann in längerer Version auch als Kinofilme über die Leinwände in aller Welt geflimmert, etwa „Der Ötztalmann“, in dem Mündl die Südtioler Gletscherleiche auferstehen lässt.

Thema "Schlangen" als große Faszination

Am Thema „Schlangen“ ist Mündl schon lange interessiert: „Ich hab‘ drei Jahrzehnte gebraucht, um den ORF davon zu überzeugen“, sagt der Filmer, der weiß, dass Themen über die heimische Natur auch international begehrt sind, auf der ganzen Welt gern gesehen werden und sich bestens verkaufen. „Wenn sie technisch gut gemacht sind und eine Geschichte erzählen. Dann kann auch ein Film über Regenwürmer faszinierend sein“, weiß der vielfach Ausgezeichnete — immerhin hat Kurt Mündl schon vor rund 20 Jahren für das „Everyday Monster“, nämlich die Stubenfliege, Preise eingeheimst. Und erst im letzten Jahr haben die „Hummeln – Bienen im Pelz“ den Naturfilm-„Oscar“ bekommen.

Der Schlangenfilm wird auch ganz besonders spannend: „Die Wiesenotter, die kleinste Giftschlange Europas, ist in Österreich seit den 1970er-Jahren verschollen – Universum wird sie wieder finden.“